Australien verschärft Gesetze

Abhörskandal - Heimatland von Murdoch reagiert.

Nach dem Abhörskandal in Grossbritannien verschärft Australien, das Heimatland des Medientycoons Rupert Murdoch, seine Gesetzgebung zum Schutz der Privatsphäre. Der Skandal um das Murdoch-Blatt "News of the World" mache ein Handeln erforderlich. Bisher gebe es in Australien kein allgemeines Gesetz, das die Privatsphäre schütze, erklärte Innenminister Brendan O'Connor am Donnerstag. Dies bedeute, dass niemand rechtlich abgesichert sei, der gegen eine Verletzung seiner Privatsphäre klagen wolle. Künftig solle es möglich sein, Medien in solchen Fällen vor Gericht zur Rechenschaft zu ziehen. Die Regierung glaube sowohl an den Grundsatz der Meinungsfreiheit als auch an das Recht auf Privatsphäre. "Jedwede Änderung unseres Gesetzes muss einen Ausgleich zwischen diesen beiden Idealen finden", sagte der Minister.

Die technischen Errungenschaften der modernen Welt ermöglichten neue Kommunikationswege, stellten aber auch den Schutz der Privatsphäre vor neue Herausforderungen. Die Linksregierung, der O'Connor angehört, liegt derzeit mit einigen Publikationen des Murdoch-Konzerns im Clinch. Der Murdoch-Konzern hatte die "News of the World" einstellen müssen als herauskam, dass Journalisten nicht nur Prominente abgehört und Polizisten bestochen, sondern auch Handy-Mailboxen der Angehörigen von getöteten Soldaten sowie eines entführten und getöteten Mädchens geknackt hatten. Am Dienstag mussten Murdoch und sein Sohn James vor einem britischen Parlamentsausschuss Rede und Antwort stehen. Der 80-jährige Rupert Murdoch bestritt dabei eine eigene Verantwortung. (sda)