Austritt aus dem Privatradioverband

Radio 105 - VSP bedauert Ausscheiden nur bedingt.

Nach den Austritten der Radios 24, Basilisk, ExtraBE, Pilatus, Aktuell und Zürisee vor rund einem Jahr erklärt nun auch Radio 105 mit sofortiger Wirkung seinen Austritt aus dem Verband Schweizer Privatradios (VSP). Der sprachregionale Jugendsender habe sich in all den Jahren seiner Mitgliedschaft nie durch den Verband vertreten gefühlt. Im Gegenteil: Der Verband habe mehrmals gezielt gegen eine UKW-Verbreitung von Radio 105 gearbeitet und somit gegen seine eigenen Statuten verstossen, wie es in einer Mitteilung heisst.

Der VSP habe sich in der Vergangenheit immer wieder “mit Nachdruck gegen neue Radioprogramme auf UKW“ ausgesprochen. Gleichzeitig habe der VSP aber auch regelmässig betont, dass UKW für die nächsten Jahre die Haupt-Radio-Nutzung bleiben werde. Dieses Beispiel zeige deutlich, wie sehr der Verband eine protektionistische und rückwärtsorientierte Politik betreibe, die nur darauf abziele, den heutigen Besitzstand vieler Lokalradios zu wahren und gleichzeitig eine markt- und wettbewerbsorientierte Radiolandschaft zu verhindern.

Einzelne Mitglieder des VSP seien vor allem damit beschäftigt, ihre Partikulärinteressen durchzusetzen, statt sich für zukunftsträchtige Lösungen im Interesse der gesamten Branche einzusetzen. Radio 105 sei nicht länger bereit, die rückwärtsorientierte, SRG-freundliche und oft nur einigen Partikulärinteressen dienende Politik des VSP mitzutragen und tritt mit sofortiger Wirkung aus dem VSP aus.

Der Vorstand des VSP bedauert den Austritt von Radio 105 aus dem Privatradioverband nur bedingt. Die Vorwürfe, dass der Präsident oder die anderen Vorstandsmitglieder Partikulärinteressen vertreten würden, weist der VSP entschieden zurück. Die Behauptung, der VSP würde eine SRG-freundliche Politik betreiben, gehört so ziemlich zu den absurdesten Vorwürfen, welche in den letzten Jahren in einer auch sonst nicht zimperlichen Branche gemacht wurden, teilt der Verband mit. Im Radio- und Fernsehbereich mit seinen politischen Einflüssen werde es immer wieder Sieger und Verlierer geben. Das müsste auch Radio 105-Gründer Giuseppe Scaglione mit seiner langjährigen Erfahrung unterdessen bekannt sein, schreibt der VSP.