Bernard Imhasly (Gesamtwerk-Preis), Catherine Boss, Martin Stoll und Karl Wild (Kategorie Zeitung), Roland Bingisser (Kategorie Zeitschrift) und Dinu Gautier (Kategorie Nachwuchs) heissen die Gewinner des Zürcher Journalistenpreises 2009. Die ausgezeichneten Arbeiten hat die Jury aus insgesamt 131 Einsendungen ausgewählt.
Bernard Imhasly hat in den Augen der Jury als Auslandkorrespondent der NZZ mit Standort in Dehli mit seinen Berichten, Geschichten, Reportagen, Analysen und Kommentaren geholfen, die komplexe Region Südasien und besonders das enorm vielschichtige Land Indien einer breiteren Öffentlichkeit näher zu bringen. Damit, so Jury-Präsident Fredy Gsteiger, erfüllte er eine der nobelsten Aufgaben eines Journalisten: Des Vermittlers zwischen den Welten.
Catherine Boss, Martin Stoll und Karl Wild haben mit zwei Artikeln das grösste politische Erdbeben in der Schweiz seit Jahren ausgelöst. Ihre Recherchen führten letztlich zum Rücktritt eines Bundesrates. Der "Fall Nef" war die Story des Jahres, begründete Andrea Masüger namens der Jury den Entscheid für die Vergabe des Preises in der Kategorie Zeitungen. Hervorgehoben hat Masüger das faire Vorgehen des Autorenteams, das von Anfang an im Besitze aller Fakten war, und doch die Privatsphäre der Betroffenen weitgehend geschützt hat.
Roland Bingisser, der den Preis in der Kategorie Zeitschriften erhielt, weckt mit seiner bewegenden Reportage Verständnis dafür, was es heisst, in der Schweiz Analphabet zu sein. In unaufgeregten Worten schildert er das Schicksal von Betroffenen, ihr lebenslanges, oft demütigendes Tarnen ihrer Schwäche. Bingissers Verdienst ist es, die Nöte dieser Menschen öffentlich gemacht zu haben, sagte Margrit Sprecher in ihrer Laudatio.
Mit hartnäckiger, kontinuierlicher Recherche hat sich Dinu Gautier einem Thema angenommen, dessen Brisanz erst im Verlauf der Veröffentlichungen klar wurde. Ein grosser, namhafter Schweizer Industriekonzern beauftragt eine private Sicherheitsfirma, Kritikerinnen und Kritiker des Unternehmens und der Globalisierung, zu infiltrieren und auszuhorchen. Gautier, der den Nachwuchspreis erhält, schildert die Vorgänge des Falles detailgetreu und bleibt den Protagonisten auf den Fersen. Wie ein Krimi lesen sich die Artikel seiner Serie stellenweise, lobte Laudatorin Susanne Mühlemann die Beiträge des 25-jährigen Journalisten.