Baisse für Schweizer Film

Kinojahr 2004 - Trotz insgesamter Besucherzunahme.

2004 war ein gutes Kinojahr. Die Schweizer Kinos verzeichneten eine Zunahme der Eintritte um 4.38 Prozent auf 17.706 Millionen. Der Schweizer Film liegt mit einem Marktanteil von 2.59 Prozent hingegen im Minus.

Nach einem schwierigen Kinojahr 2003 mit einem deutlichen Besucherrückgang ging es im 2004 wieder aufwärts. Nach einem sehr guten ersten Halbjahr mit einem Besucherplus von fast 12 Prozent war dann jedoch besonders das letzte Quartal enttäuschend. Trotzdem resultiert im Jahresmittel ein Plus von 4.38 Prozent bei den Eintritten und von sogar 5.45 Prozent beim Umsatz. Der Branchenverband ProCinema in Bern, der die Zahlen veröffentlicht hat, spricht von einem "guten Jahr".

'Les choristes'

An der Spitze liegt das Fantasy-Abenteuer "Harry Potter 3: The Prisoner of Azkaban" mit über 600'000 Besuchern. Auf den weiteren Rängen folgen der Animationsfilm "Shrek 2", das antike Heldendrama "Troy", die Komödie "Something's Gotta Give", und die dritte Folge des Tolkien-Abenteuers "Lord of the Rings". Als einzige europäische Produktion unter den zehn besucherstärksten Filmen des Jahres liegt die deutsche Komödie "(T)Raumschiff Surprise" mit rund 400'000 Besuchern auf Rang sechs. Mit "Fahrenheit 9/11" liegt erstmals ein Dokumentarfilm unter den Top Ten.

2004 war ein Jahr des US-Films. Mit 25 Titeln unter den ersten 30 zeigte sich Hollywood nach einigen schwächeren Jahren in Topform. Mit dem vom Basler Arthur Cohn koproduzierten "Les Choristes" ist, neben drei deutschen und einem neuseeländischen, auch ein französischer Film in den Top 30 der Jahresliste.

'Sternenberg'

Der Schweizer Film hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Der bestplatzierte Titel ist die vom Schweizer Fernsehen produzierte Dialekt-Komödie "Sternenberg" mit rund 125'000 Besuchern auf Rang 42, wie aus der ProCinema-Statistik "Facts & Figures 2004" hervorgeht. Knapp 70 Prozent der Einnahmen wurden 2004 mit US-Produktionen erzielt, rund 22 Prozent mit Produktionen aus dem EU-Raum und 2.6 Prozent mit Schweizer Filmen. Bei den europäischen Produktionen liegen Deutschland und Frankreich deutlich vor allen andern Ländern.

Das US-Kino hat sich damit (nach 63 Prozent im 2003 und 54.5 Prozent im 2002) deutlich verbessert. Europa dagegen liegt zurück: Europäische Filme erreichten 2003 noch 26 Prozent und 2002 gar 35 Prozent. Der Schweizer Film hatte 2003 dank der Komödie "Achtung, fertig, Charlie!" 5.7 Prozent Marktanteil, in den Vorjahren jeweils um die 3 Prozent.

Rekordzahl