Bank blockiert Zahlung an freien Journalisten

Republik - Das Onlinemagazin wollte dem Journalisten Amir Ali das Honorar für einen Artikel mit dem Zahlungszweck «Phosphat Syrien» überweisen. Die Bank beurteilte die Zahlung zuerst als verdächtig.

von Michèle Widmer

Mitte Februar berichtete die «Republik» darüber, wie der syrische Machthaber Bashar al-Assad Russland für den Kriegseinsatz mit dem Rohstoff Phosphat belohnt. Geschrieben hat den Artikel mit dem Titel «Moskaus Lohn: Phosphat aus Palmyra» der Journalist Amir Ali.

Als das Onlinemagazin Ali sein Honorar mit dem Vermerk «Phosphat Syrien» überweisen wollte, schaltete sich die Bank ein und blockierte die Zahlung, wie Co-Chefredaktor Michael Rüegg am Wochenende schrieb. «Wir finanzieren keinen Terrorismus, Ehrenwort», titelte er mit amüsiertem Unterton dazu. Demnach wies die Bank den Finanzchef des Portals darauf hin, dass Syrien mit Sanktionen belegt sei, wollte wissen, wer Amir Ali sei und was es mit dem Phosphat auf sich habe.

Erste Recherche für «Republik»

Das Missverständnis konnte mittlerweile aus der Welt geschafft werden. «Ich habe mein Honorar erhalten», sagt Ali auf Anfrage von persoenlich.com. Aufgrund seines Namens und des Zahlungsvermerks sei bei der Bank wohl ein Alarm losgegangen, fügt er an.

Der Artikel war Alis erste Recherche für die «Republik». Er arbeitet in einem 50-Prozent-Pensum als Co-Redaktionsleiter beim Strassenmagazin «Surprise» und studiert daneben Islamwissenschaften an der Universität Zürich. Von 2011 bis 2014 war er beim Newsnet von Tamedia tätig. Davor hat er an der ZHAW das Studium Journalismus und Kommunikation abgeschlossen.

Der «Republik» war der Vorfall eine Lehre. Künftig werde man, so Rüegg abschliessend, etwas neutralere Zahlungszwecke vermerken.