Als Redaktorin war Barbara Weber-Ruppli für die "Seite 3" der Lokalzeitung mitverantwortlich. Der sogenannte "Blickpunkt" des Zürcher Unterländers widmete sich fünfmal die Woche monothematisch allem, was gerade in der Luft lag. Jetzt wurde das Ressort, für welches Weber seit drei Jahren verantwortlich zeichnet, abgeschafft. Wie die Journalistin gegenüber "persoenlich.com" sagt, verlässt sie deshalb die Zeitung. Nach acht Jahren im selben Team gehe sie aber nicht ganz freiwillig: "Ich habe zwar selbst gekündigt, aber erst nachdem mein Ressort aus Rentabilitätsgründen abgeschafft wurde."
Offenbar wurde die "Blickpunkt"-Seite ohne vorherige Diskussion mit der Redaktion eingestampft. Zudem wurde der 53-Jährigen auch keine vergleichbare Arbeit angeboten, weshalb sich Weber für die Kündigung entschied. Da sich die Journalistin seit längerem vehement gegen einen fortschreitenden, redaktionellen Leistungsabbau gewehrt hatte, kam dieses Ende für sie nicht ganz überraschend: "Dass es allerdings ein Betrieb in Kauf nimmt oder sogar forciert langjährige, gut qualifizierte und vor allem "bejahrte Mitarbeiter in die Flucht zu schlagen, hat mich erstaunt."
Mit dem Start des neuen Jahres ist Barbara Weber, die auch als Vorstandsmitglied im Zürcher Presseverein tätig ist, nun für eine neue Herausforderung bereit. Die Eglisauerin, die für den Zürcher Unterländer auch die Kolumne "Gedankenspiele" verfasste, kann sich gut vorstellen an einem anderen Ort ähnlich gelagerte Aufgaben zu übernehmen. Am meisten interessiere sie Hintergründiges.
Als ausgebildete Grafikerin mit Schwerpunkt Fotografie begann Barbara Weber als Pressefotografin und Korrespondentin für diverse Lokalzeitungen. Nach zwei Jahren als Redaktorin bei "Der Limmattaler" und vier Jahren als Chefredaktorin der Konsumentenzeitschrift "prüf mit" machte sie eine längere Familienpause, in der sie unter anderem den Lyrikband "Unsäglich alltäglich" verfasste. Danach war Weber dann vier Jahre lang Alleinredaktorin der Wochenzeitung "Der Rümlanger" bis sie zum "Zürcher Unterländer wechselte.