Martin Wagner, neuer Besitzer von Radio Basilisk, kann sich nun doch nicht an der Radiovermarktungsgesellschaft Radio Vision AG beteiligen, an der die Sender Basel 1, Basilisk und Radio Regenbogen angeschlossen sind. Dies berichtet das Basler Newsportal Onlinereports. Vorgesehen war, dass der Basler Anwalt das 50 Prozent-Paket übernimmt, das Tamedia bislang an Radio Vision hielt.
Statt Wagner wird vielmehr die Basler Zeitung die Tamedia-Beteiligung erwerben, die das Paket dank eines Vorkaufsrechts erstehen kann, wie Matthias Hagemann gegenüber Onlinereports bestätigt. Die BaZ hält an der Vermarktungsgesellschaft bereits 33 Prozent, Radio Regenbogen 17 Prozent. Wagner verzichtet im Weiteren -- entgegen Angaben der Tamedia in einer Mitteilung -- darauf, in den Verwaltungsrat der Radio Vision einzutreten. Seine Beziehung zu Radio Vision beschränkt sich auf einen "kündbaren Vermarktungsvertrag".
Tamedia hatte im September bekannt gegeben, Radio Basilisk und Radio Vision an Martin Wagner zu verkaufen. Das Zürcher Medienhaus sah sich zum diesem Schritt gezwungen, da das neue RTVG vorschreibt, dass ein Unternehmen nicht mehr als zwei Radiostationen halten darf.
Spekulationen über die Rolle der BaZ
Seit bekannt wurde, dass die Tamedia Radio Basilisk an Wagner veräussert, macht in Basel das Gerücht die Runde, wonach Wagner bloss als Strohmann der BaZ fungiere. Wagner war lange Zeit Konzernanwalt der Basler Zeitung und sass in mehreren Verwaltungsräten von Tochterunternehmen der BaZ ein. Im Zuge des Erwerbs von Radio Basilisk stiess Wagner, der derzeit im VR von Springer und der Weltwoche sitzt, indessen eine Vielzahl von Mandaten ab. Gegenüber Onlinereports bekräftigt Wagner, er sei von der BaZ völlig unabhängig.
Radio Basilisk reichte am 28. September beim Bakom ein Gesuch ein, wonach die Radiokonzession auf den neuen Besitzer übertragen werden soll. Da der Besitzerwechsel in der Region nicht einer gewissen Brisanz entbehrt, haben die Medienwächter am 10. Oktober eine Anhörung eröffnet, in welcher sich Akteure aus der Branche und der Politik zum Besitzerwechsel äussern können. Dies erklärt Alfred Hofstettler vom Bakom auf Anfrage von "persoenlich.com". Eines der Kriterien, die darüber entscheiden, ob die Medienwächter zum Inhaberwechsel von Radio Basilisk grünes Licht geben, sind die Auswirkungen der neuen Eigentumsverhältnisse auf die Meinungsvielfalt.