Seit zwei Jahren leitet Veit Dengler die NZZ-Mediengruppe. Er orientiere sich nicht mehr an der Auflage der NZZ als Erfolgskriterium, sagt er im Interview mit der aktuellen «Weltwoche». Stattdessen richte man die Strategie auf Kennzahlen wie Anzahl zahlende Kunden, Anzahl der bezogenen NZZ-Produkte und Umsatz pro Kunde aus.
«Darum schaffen wir Premium-Angebote, die über Zeitungs-Abos hinausgehen.» Als Beispiel nennt Dengler Leserreisen. «Da sehen wir Potenzial, das wir bis jetzt nicht genutzt haben.» Dengler betont, dass die NZZ die Erträge aus dem Lesermarkt entgegen dem Markttrend 2015 habe steigern können.
Daten besser nutzen
Dengler sagt in der «Weltwoche», er halte es für falsch, in Redaktionen zu sparen. Der Stellenabbau bei der NZZ und die gemeinsame publizistische Leitung für die Regionalmedien seien vor diesem Hintergrund so zu verstehen, dass die NZZ Schwerpunkte setze. «Unter dem Strich haben wir das Redaktionsbudget erhöht», sagt Dengler. Er betont, dass er das «alte Business» beibehalten will und damit Geld verdienen will, statt wie die Konkurrenz viele neue Geschäfte dazu zu kaufen und das alte zu vernachlässigen.
Hingegen will Dengler die Daten, die man etwa mit der Paywall erhalte, besser verwerten. «Wenn ein Nutzer neunzig Prozent der Feuilleton-Artikel liest, aber uns nicht abonniert, können wir daraus schliessen, dass er vielleicht die Mittel dazu nicht hat.» In einem solchen Fall würde man ihm ein Kulturangebot machen. (rar)
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