Frau Goutziomitros, ab dem 9. Oktober moderieren Sie zusammen mit Andrea Jansen die neue Reisesendung SF unterwegs. Wie ist es zu diesem Engagement gekommen?
Nun, auf die übliche Art und Weise würde ich sagen. Ich habe mich beworben, wurde gecastet und habe den Job schliesslich bekommen.
Viele Kollegen werden Sie wohl beneiden, weil Sie an die schönsten Orte dieser Welt reisen. Nicht?
Vielleicht, aber da müssten sie schon meine Kollegen fragen. Noch hat mich in der Kantine niemand "zufälligerweise" mit heissem Kaffe bekleckert... Aber man darf nicht vergessen, hinter so einer Produktion stecken viele Stunden harter Arbeit. Es bleibt selten Zeit die schönen Orte wirklich zu geniessen.
Wo hat es Ihnen bis heute am besten gefallen?
Das ist ganz schwierig zu sagen. Die Destinationen waren bis anhin sehr unterschiedlich aber auf ihre Weise faszinierend. In Bali waren es zum Beispiel die Leute, die mich mit ihrer Einstellung zum Leben, sehr beeindruckt haben. Auf Island hat mich die Landschaft sehr fasziniert.
Konnten Sie die Destinationen selbst wählen?
Nein. Die Destinationen werden den Moderatorinnen zugeteilt. Wenn jemand einen besonderen Bezug zu einem Land hat, versucht man dies zu berücksichtigen. Einer Folge geht aber so viel Organisationsarbeit voraus, dass die Planung Vorrang hat und nicht die persönlichen Präferenzen.
Was haben Sie immer mit dabei auf Ihren Reisen?
Neben vielen praktischen Reisegadgets sorge ich dafür, dass ich immer ein paar Fruchsäftli, Traubenzucker und Vollkorncracker dabei habe. Und natürlich meinen ipod.
Was fasziniert Sie an der Sendung "SF unterwegs"?
Man kommt an die schönsten Orte dieser Welt und trifft interessante Menschen. Selbst wenn man als Tourist diese Destinationen bereist, hat man nicht immer die Chance so nahe an die Einheimischen zu kommen.
Hatten Sie auf Ihren Reisen ein Erlebnis, das Sie besonders berührte?
Ich habe auf Bali eine junge Frau kennen gelernt, Ekka. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden. Sie hat mir viel aus ihrem Leben erzählt und es war faszinierend zu sehen, dass sie mit einem komplett anderen Leben und Background sehr ähnliche Probleme hat wie ich. Und dann natürlich der Helikopterflug auf Island. Es war mein erster Heliflug überhaupt. Wir sind über den Geysir und einen riesigen Wasserfall geflogen und ich wollte eigentlich eine Moderation in die Kamera machen. Ich habe aber kein Sterbenswörtchen herausgebracht.
Was wollen Sie dem Publikum vermitteln?
Ich möchte ihm meine Eindrücke so direkt wie möglich vermitteln und die Protagonisten so nahe wie möglich bringen. Wenn man am Ende der Sendung das Gefühl hat, eine ordentliche Prise Schottland, Bali etc. bekommen zu haben, ist mein Ziel erreicht.
Früher haben Sie einmal die SF-Jugendsendung "Oops!" moderiert. Wollten Sie schon immer zurück zum Schweizer Fernsehen?
Es war kein klares Ziel von mir, es hat sich eher so ergeben. Und mit der Sendung schweizweit, die ja in Zürich produziert wird, habe ich zwar für 3sat moderiert, aber bei SF gearbeitet.
Inwiefern unterscheidet sich die Arbeit als Moderatorin für ein deutsches Fernsehen von der Tätigkeit für ein Schweizer TV?
Fernsehen macht man ja primär für das Publikum und da unterscheidet sich in manchen Dingen das Verständnis. Der Bund bedeutet bei uns etwas anderes als in Deutschland, dort ist es die Abkürzung für Bundeswehr. Was das Arbeiten anbelangt, haben die Deutschen klarere Hierarchien, was zu einem raueren Umgangston führt. Ich persönlich habe kein Problem damit, im Gegenteil. Mir ist lieber man sagt sich sachlich die Meinung und nimmt dann nach Feierabend ein Bier zusammen.
Sie moderieren abwechselnd mit Andrea Jansen. Sie ist ein altbekanntes Gesicht beim Schweizer Fernsehen. Sie kennt man noch nicht so gut. Setzt Sie das unter Druck?
Ich denke, jede von uns bringt ihren eigenen Rucksack an Erfahrungen mit und versucht ihren Job so gut wie möglich zu machen. Beim Publikum weniger bekannt zu sein, kann Handycap aber auch Chance sein. Andrea hat in Sachen Reisesendung sicher mehr Erfahrung als ich. Aber sie ist eine tolle Arbeitskollegin und gibt mir sogar Tipps. Ich mache also, was man so macht: ich tue mein Bestes und schaue was draus wird.
Werden Sie das neue SF-"Aushängeschild"?
Wie meinen Sie Aushängeschild? Als Moderatorin ist man doch immer eine Art Aushängeschild.
Für welche SF-Sendung würden Sie gerne vor der Kamera stehen?
Nun ehrlich gesagt, mache ich mir darüber nicht allzu sehr Gedanken. Aber "Kulturplatz" finde ich ein tolles Format und in Sachen News das "10vor10".
(Interview per Mail: Corinne Bauer)