Bekannteste Redakteure waren Spitzel

Bulgarien - Gremium untersucht mehr als 300 Journalisten in Führungspositionen.

Viele der bekanntesten Print-Journalisten Bulgariens waren vor der Wende von 1989 Mitarbeiter der kommunistischen Geheimdienste. Das geht aus einer am Mittwoch im Internet verbreiteten Liste mit den Namen von 36 Journalisten hervor. Zu ihnen gehören angesehene Kommentatoren, frühere sowie gegenwärtige Chefredakteure oder ihre Stellvertreter und fast die gesamte Führung der Zeitung des bulgarischen Journalistenverbands. Die Liste der Entlarvten wurde von einem Ausschuss zusammengstellt, der für die Akten der früheren Staatssicherheit zuständig ist.

Das Gremium hatte 328 Journalisten in Führungspositionen aus 20 privaten Print-Medien auf eine Vergangenheit als Spitzel überprüft. Eine ähnliche Kontrolle bei den staatlichen elektronischen Medien hatte bereits gezeigt, dass etwa zehn Prozent der Journalisten auch mit den kommunistischen Geheimdiensten zusammengearbeitet haben. Bestätigt wurde auch die Kooperation von Staatspräsident Georgi Parwanow und von 139 Parlamentariern mit der Staatssicherheit. Die Überprüfungen erfolgten nach einem vor drei Jahren verabschiedeten Gesetz, das jedoch keine Konsequenzen für die Ex-Spitzel vorsieht. (sda)