Die Mediengewerkschaft comedia verlangt von den Schweizer Verlegern ein Bekenntnis zur journalistischen Unabhängigkeit. An dieser hatte Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument heftige Kritik geübt.
Lebrument hatte am Jahreskongress des Verbands Schweizer Presse (VSP) im September mehr Einfluss der Verleger auf ihre Titel verlangt. Gegen diese Forderung hat die Mediengewerkschaft comedia am internationalen Aktionstag der Europäischen Journalistenorganisationen protestiert.
In Zürich übergab sie am Donnerstag eine von rund 600 Medien-und Kulturschaffenden, Politikern und Medienkonsumenten unterzeichnete Erklärung. Darin fordert comedia von den Schweizer Zeitungsverlegern, sich von ihrem Präsidenten zu distanzieren und sich zur Unabhängigkeit der Journalisten zu bekennen.
Journalistische Qualität können nicht allein am wirtschaftlichen Erfolg gemessen werden. Angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten zeigte sich die comedia aber bereit, mit den Verlegern über die Zukunft der Branche nachzudenken.
Verleger sehen sich mit Journalisten im gleichen Boot
Auch der VSP gab sich in einer Stellungnahme vom Donnerstag versöhnlich: Lebruments Aussagen hätten nicht darauf abgezielt, die redaktionelle Unabhängigkeit kommerziellen Interessen unterzuordnen. Der VSP-Präsident habe die Verleger vielmehr aufgefordert, die unbestrittene publizistische Gesamtverantwortung wieder stärker in die Hand zu nehmen.
Ausserdem sässen Verleger und Journalisten im selben Boot. Gemeinsam müssten sie sich die Frage stellen, wie weit künftig qualitativ hochstehende und glaubwürdige Medieninhalte noch Abnehmer fänden und wie diese zu finanzieren seien, heisst es in der Stellungnahme. (sda)