Belegschaft beendet Streik nach 40 Tagen

Journal du Dimanche - Die Redaktion der französischen Sonntagszeitung hatte seit dem 22. Juni die Arbeit niedergelegt, um gegen die Ernennung von Geoffroy Lejeune zum neuen Direktor zu protestieren. Lejeune war zuvor Chefredakteur eines rechtsnationalen Magazins.

Der Streik sei beendet, teilten die Lagardère-Gruppe und die Redaktion am Dienstag mit. Die Website des Journal du Dimanche (JDD) sollte am Dienstag, dem Tag des offiziellen Amtsantritts von Geoffroy Lejeune als Direktor, wieder online gehen. Die gedruckte Ausgabe der Zeitung soll ab Mitte August wieder an den Kiosken erhältlich sein, heisst es in einer Mitteilung von Lagardère.

Mehrheit der Redaktion Ende des Streiks

«Die Vereinbarung sieht auch die Schaffung von Begleitmassnahmen für Journalisten vor, die die Redaktion verlassen wollen», fügte der Konzern hinzu. In einer separaten Mitteilung erklärte die Personalkommission der Zeitung, die Vereinbarung sei in der Nacht von Montag auf Dienstag unterzeichnet worden. Der Streik wurde daraufhin am Dienstagmorgen beendet. Die Beendigung des Streiks wurde von 94 Prozent der Redaktionsmitglieder befürwortet (82 Ja-Stimmen, 5 Nein-Stimmen, 3 keine Antwort). Ein Grossteil des bisherigen Personals wird aber nicht mehr unter der neuen Leitung arbeiten.

Die Redaktionsvertretung schreibt in ihrer Mitteilung: «Heute tritt Geoffroy Lejeune sein Amt an. Er findet eine leere Redaktion vor. Dutzende Journalisten weigern sich, mit ihm zusammenzuarbeiten und werden das Journal du Dimanche verlassen».

Politische Haltung als Stein des Anstosses

Aus Protest gegen die Ernennung des 34-jährigen Journalisten Geoffroy Lejeune, der zuvor Chefredakteur der rechtsextremen Wochenzeitung Valeurs actuelles war, verweigerte die Redaktion 40 Tage lang die Arbeit.

Auch wenn Konzernchef Arnaud Lagardère dies bestreitet, sehen viele Beobachter in der Ernennung bereits die Hand des Milliardärs Vincent Bolloré, dessen Ansichten als ultrakonservativ gelten. Bollorés Konzern Vivendi steht kurz davor, Lagardère zu schlucken. (sda/nil)