Berlin droht mit rechtlichen Schritten

Radio 1 - Rundfunk wirft Schawinski Rechteklau vor.

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB), zu dem der Berliner Sender "Radio Eins" gehört, erwägt laut einem Bericht der Abendzeitung "heute", gegen Radio 1-Chef Roger Schawinski vorzugehen. "Unsere Justizabteilung prüft momentan rechtliche Schritte", sagt RBB-Sprecher Ralph Kotsch auf Anfrage. Der Grund für den Streit: Schawinski soll laut RBB weder Rechte am Titel noch am Slogan "Nur für Erwachsene" besitzen. Auch der Berliner Sender wirbt mit dem Spruch.

Bislang hatte Schawinski in der Öffentlichkeit stets betont, Radio Eins-Gründer Helmut Lehnert habe ihm den Claim zur Nutzung überlassen. Dem widerspricht aber der RBB. "Wir haben Schawinski geschrieben, dass er dies nicht mehr in der Öffentlichkeit erzählen soll", so Sprecher Kotsch gegenüber "heute".

Lehnert habe wohl den Sender gegründet, besitze deswegen jedoch weder am Titel noch am Slogan Rechte. "Schawinski hätte das wissen müssen", sagt Kotsch auf Anfrage von "persoenlich.com". Für eine offizielle Rechteübertragung hätte dieser mit der RBB-Geschäftsleitung oder mit dem Justizariat sprechen müssen, so Kotsch weiter. Darauf habe man Schawinski bereits letzten November in einem Brief aufmerksam gemacht.

Der RBB will nun abwägen, was er mit einem Rechtsstreit erreichen kann und mit welchem Aufwand ein juristisches Vorgehen gegen Schawinski verbunden wäre. Schawinski selbst beruft sich darauf, dass der Claim "Nur für Erwachsene" in der Schweiz nicht geschützt ist. Da das Zürcher Radio 1 jedoch übers Internet auch in Deutschland zu empfangen ist, könnte der Sender auch dort die Rechte des Berliner Senders verletzen.

Die Stellungnahme von Roger Schawinski:

"Erstens ist der Claim 'Nur für Erwachsene' nicht geschützt. Deshalb habe ich ihn in der Schweiz schützen lassen. Zweitens habe ich mich beim Erfinder des Claims, dem früheren Chef von Radio Eins Berlin erkundigt, ob ich ihn trotzdem – in Form einer Geste -- für die Schweiz erwerben könne. Nach Rückfragen in seinem Haus, dem RBB, hat er mir mitgeteilt, dass ich ihn nutzen könne, quasi als 'Geschenk des Hauses', so das wörtliche Zitat. Später hat sich der RBB bei mir gemeldet und sich über die genauen Umstände erkundigt. Ich habe die Sachlage dargelegt. Rechtliche Schritte wurden keine angedroht. Die Sache liegt schon zwei Monate zurück. Deshalb bin ich erstaunt, dass sie nun direkt nach dem Sendestart nochmals aufgegriffen wurde. Für mich ist die Angelegenheit erledigt."