Die Europäische Kommission fordert ein neues Mediengesetz in Italien und zeigt sich gewillt, ein Verfahren gegen die Regierung in Rom einzuleiten. Dies berichtet die Financial Times Deutschland (FTD). Ins Visier genommen hat die Wettbewerbskommission der EU ein italienisches Gesetz, das neuen Anbietern den Markteinstieg in das digitale Rundfunk- und Fernsehgeschäft per Kabel erschwert. Die Kommission sieht in dem geltenden Gesetz einen Verstoss gegen EU-Recht.
In Italien können nur Unternehmen eine digitale TV-Lizenz beantragen, die bereits über eine analoge Lizenz verfügen. Momentan existiert neben dem Duopol lediglich ein weiterer landesweiter analoger Sender. Dies stärke die Position der Sendergruppe Mediaset von Ex-Premier Silvio Berlusconi und der staatlichen Rai, die sich über 90 Prozent der Fernsehwerbeeinnahmen sowie 80 Prozent des TV-Marktanteils teilen, findet die Wettbewerbskommission.