Die Aufgabe der Journalisten, Kritik und Kontrolle zu üben, verliere an Bedeutung, sagen deutsche Journalisten auf die Frage, wie sich der Journalismus in den nächsten fünf bis zehn Jahren verändern werde. Wichtiger sei eine Rundum-Orientierung sowie Lebenshilfe und Nutzwert zu geben. Dies ist das Ergebnis einer Online-Umfrage, die im Zusammenhang mit dem Projekt Zukunft des Journalismus von der Universität Leipzig durchgeführt wurde. Die überwiegende Mehrheit der männlichen Journalisten glaubt zudem, der Beruf werde auch bald dominant weiblich.
Die Studie bringt zudem hervor, dass für die meisten Journalisten die handwerklichen Fertigkeiten wichtiger werden. Bereits heute müssen über 10 Prozent ihre Produkte für verschiedene Mediengattungen aufbereiten -- Tendenz steigend. Jeder zweiter Journalist ist der Meinung, dass aufgrund dieser Faktoren, die zu Zeitmangel führen, die Recherche oberflächlicher werde. Nur jeder fünfte glaubt, dass man in Zukunft gründlicher recherchieren wird als heute. Mit dieser Einschätzung verbindet sich die Sorge, dass auch die inhaltlichen Fehler zunehmen, während die sprachliche Aufbereitung (noch) schlechter werde.