Vor drei Wochen hatte die ProSieben.Sat1-Sendergruppe überraschend bekannt gegeben, dass sie trotz Einsparungen beim Programm bessere Quoten erzielen konnte: Im zweiten Quartal 2009 senkte man dort die operativen Kosten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum vor allem durch Verringerung der Ausgaben für die Programminhalte um 17,6 Prozent. Während dieses Zeitraums stieg der Marktanteil im Vergleich zu dem des Vorjahres um 1,5 Prozentpunkte. Anlässlich dieser Zahlen kündigte der Vorstandsvorsitzende Thomas Ebeling an, 2009 noch deutlich mehr Kosten einzusparen als eigentlich geplant.
Nun machte der Konkurrent RTL Group öffentlich, dass man mit dieser Methode bei den Bertelsmann-Sendern den gleichen Effekt erzielte: Obwohl man im ersten Halbjahr 2009 angeblich 200 Millionen Euro weniger ausgab, konnte man in diesem Zeitraum die Quotenführerschaft in der werberelevanten Zielgruppe ausbauen. Auch hier sprach CEO Gerhard Zeiler von weiteren Einsparungen und meinte, dass sich die gesamte Branche "dieser neuen Markrealität anpassen" müsse. Obwohl noch keine konkreten Pläne bekannt sind, dürfte das auf mehr Promi-Reality-Formate und weniger aufwändig produzierte Einkäufe wie Dr. House hinauslaufen. Auch diese Serie bringt zwar gute Quoten, kostet aber relativ viel Geld. (Quelle: heise)