"Speeding Up" heisst das Gewinnerfoto des diesjährigen Ringier Photo Award. Aufgenommen hat es der ungarische Fotograf Zsolt Reviczky. Reviczky fotografierte dabei für die Ringier-Zeitung "Népszabadság" während eines symbolischen Wettlaufs in der Innenstadt von Budapest, der aufzeigen sollte, wie wenig Zeit man zum Überqueren einer Strasse habe.
Thomas Seelig, Kurator des Fotomuseums Winterthur und Vorsitzender der Jury, würdigt das Bild als Beleg eines politischen und historischen Moments: "Eine Gruppe von Menschen, mit Startnummern ausgerüstet, überquert wild gestikulierend eine breite Einfahrtsstrasse von Budapest und protestiert auf unterhaltsame Weise gegen die absurd kurzen Intervalle, die für das Überqueren einer gefährlichen Strasse in Budapest durch die Ampelschaltung vorgegeben sind. Zsolt Reviczky findet eine leichtfüssige und heitere Umsetzung für ein brisantes gesellschaftliches Thema. Wenn die Welt um uns herum auch immer schneller wird, hat so der Fotograf - der Glaube an die Geschwindigkeit seine körperlichen Grenzen."
Den zweiten Rang erreichte Robert Bösch mit dem technisch eindrücklichen Bergsteigerbild "Martin Mras, Corvatsch". Das Bild ist im Engadin bei perfekten Schneeverhältnissen entstanden und wurde zusammen mit anderen in einer Reportage des "SonntagsBlick Magazins" abgedruckt. Die Bronzemedaille geht an den tschechischen Fotografen Stanislav Krupar für das Bild "Afghan military drill". Es zeigt tschechische und amerikanische Soldaten auf der alliierten Militärbasis in der afghanischen Provinz Logar. Die Reportage über dieses Camp erschien im Oktober 2009 im tschechischen Ringier-Magazin Reflex.
Mit dem Photo Award würdigt Ringier seit 2006 jedes Jahr die besten Bilder, die im Jahr 2009 in einer der Ringier Publikationen erschienen sind. 53 Fotografen aus sieben Ländern sandten ihre Favoriten aus dem letzten Jahr ein, die von einer Jury aus 14 Experten beurteilt wurden.