Der ehemalige Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, gab gestern, Mittwoch, bekannt, einen Anteil an der unabhängigen russischen Zeitung Novaya Gazeta gekauft zu haben, wie der Guardian kürzlich berichtete. Gemeinsam mit seinem Freund, dem Milliardär Alexander Lebedev hält er nun einen Anteil von 49 Prozent an dem Blatt, das für seine kritische Berichterstattung über den Kreml bekannt ist. Als die Zeitung vor 13 Jahren gegründet wurde, unterstützte Gorbatschow die Novaya Gazeta mit dem Geld seines Nobel Preises, den er 1990 erhalten hatte.
"51 Prozent bleiben bei den Redakteuren und das ist sehr wichtig", meinte Gorbatschow anlässlich des World Newspaper Congress in Moskau. Die Zeitung, bisher ausschliesslich im Besitz ihrer Journalisten, soll auch weiterhin ihre Unabhängigkeit bewahren. "Das Blatt soll seine redaktionelle Linie beibehalten, aber auch Meinungsvielfalt sicherstellen und die öffentliche Meinung Russlands ausdrücken", meint Gorbatschow.
Er versichert, dass weder er noch Alexander Lebedev, der im russischen Parlament gegen Korruption auftritt, ihre Beteiligung an der Zeitung zu ihrem eigenen Vorteil nutzen werden. Zuvor waren Gerüchte laut geworden die besagen, dass Roman A. Abramovich, der reichste Mann Russlands und ein Verbündeter von Präsident Putin, die bekannte Zeitung Kommersant kaufen will.