Ringier-CEO Marc Walder (rechts im Bild) kritisierte in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" (online steht bislang nur eine Zusammenfassung) die "exorbitante Marktmacht" von Google. Der Internet-Konzern sei Freund und Feind zugleich, der den Markt dominiere wie kaum ein Unternehmen zuvor.
Zur Tatsache, dass Journalismus nur noch die Hälfte des Geschäfts von Ringier ausmacht, meint Walder: "Wir haben uns von einem klassischen Verlag zu einer operativ geführten Medienholding entwickelt." Niemand wisse, wie lange man vom "klassischen Verlagsgeschäft, also von Zeitungen, Zeitschriften und Druckereien" noch leben könne.
Bei Ringier gehe man dies aber sehr offensiv an und habe schon 1,4 Milliarden Franken investiert. Sogar die Harvard-Universität habe in einer Fallstudie vor zwei Jahren dem Unternehmen besonderen Mut zur Transformation und Geschwindigkeit attestiert.
Die Abmachung mit Mathias Döpfner
Ausserdem gestand er, dass er sich nicht an eine Abmachung mit Springer-Chef Mathias Döpfner gehalten habe. Sie hätten per Handschlag vereinbart, digitale Abomodelle einzuführen. Was der Springer-Verlag bei den Zeitungen "Bild" und "Welt" schon implementiert hat, wurde bei Ringier auf Eis gelegt. "Unsere Bezahlmodelle sind jetzt erst einmal im Kühlschrank", sagt Walder.
Denn er sieht grundlegende Probleme damit: "Die Alternative ist immer nur einen Klick entfernt." Eine Paywall hätte vor allem bei "Publikationen im oberen Segment" gute Chancen. Bei Ringier halte man vorläufig am Reichweitenmodell fest.
Wichtig sei aber, dass Journalismus nicht querfinanziert oder subventioniert werde: "Das wäre Mäzenatentum, und das wäre katastrophal". (lmy)
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