Bisher erfolglos

Abendzeitungen - Projekte meist schon vor erster Ausgabe gescheitert.

Ringiers "heute" ist nicht der erste Versuch, den Leserinnen und Lesern auch am Abend Zeitungslektüre schmackhaft zu machen. Alle Abendzeitungsprojekte der letzten Jahrzehnte sind allerdings gescheitert -- meist sogar vor ihrer ersten Ausgabe.

Bis 1974 gab es von der Neue Zürcher Zeitung täglich eine Abendausgabe. Und die dem Landesring der Unabhängigen nahe stehende Zeitung Die Tat erschien bis 1977 als Abendblatt. Seither ist in der Deutschschweiz keine Abendzeitung mehr erschienen.

Die Zürcher Abend-Zeitung, die Mitte der Achtzigerjahre unter anderem vom späteren "10vor10"-Moderator und Facts-Chefredaktor Jürg Wildberger initiert wurde, kam nie über die Projektphase hinaus. Es fehlte an Geldgebern.

Auch in den Neunzigerjahren scheiterten diverse Projekte für Abendzeitungen. Unter anderem spielte der heutige Bundesrat Christoph Blocher (SVP) 1996 mit dem Gedanken einer konservativ ausgerichteten Abendzeitung für die Deutschschweiz.

Weit fortgeschritten, wegen fehlender Finanzierung aber auch nicht zustande gekommen, war 1997 das Projekt für eine Zürcher Abendzeitung. Das Nachfolgeprojekt der linken Tageszeitungen DAZ, die wiederum aus dem einstigen Volksrecht heraus entstanden war, wäre allerdings nicht gratis verteilt, sondern für 1 Franken am Kiosk angeboten worden.

Gescheiterte Projekte auch in Bern und im Tessin

Als Abendzeitung konzipiert war auch das Tagblatt für die Stadt Bern, das 1995 als Konkurrenz zum Stadtanzeiger Bern entstand. Mittlerweile ist das Anzeigenblatt, das kaum tagesaktuelle Meldungen enthielt, aber längst in der Wochenzeitung Berner Bär aufgegangen.

Erfolglos waren auch Abendzeitungen im Tessin: Nach rund 200 Ausgaben wurde 2003 Ticino Oggi eingestellt, nachdem bereits 1992 der Gratis-Abendzeitung Buonasera kein Erfolg beschieden war. Beide Blätter wurden aus dem Umkreis der Lega dei Ticinesi lanciert.