Die beiden bedeutenden deutschen Tageszeitungen Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Süddeutsche Zeitung zeigen sich konsterniert ob der Absetzung von Sat.1-Chef Martin Hoffmann und dem Ende der "Harald Schmidt Show". So schreibt ein F.A.Z.-Kommentator: "Einen solchen Mann (gemeint ist Hoffmann, Anm. "persoenlich.com") auf den letzten Metern vor dem Ziel abzufangen, wo schwarze Zahlen winken und der Marktführer RTL in Sichtweite kommt, das zeugt schon von einem ungerührten Mass an Ignoranz, das Staunen macht."
Weiter ist in der F.A.Z. zu lesen: "Hier handelt es sich um einen Akt der Willkür, um persönliche Dinge, die sich dem rationalen Zugang entziehen." Das Blatt zitiert Vermutungen, wonach der neue Chef Roger Schawinski "nicht nur seinen Vorgänger, den Schmidt-Intimus Martin Hoffmann, abgelöst hat, sondern den Moderator (Harald Schmidt, Anm. "persoenlich.com") gleich mit."
Gar hämisch mutet die Bemerkung zu "Schawis" Spiegel-Interview an: "Noch nie war ein Interview am Erscheinungstag so alt wie dasjenige des neuen Sat.1-Chefs Schawinski von gestern, in dem er sich noch siegesgewiss zeigt, dass Schmidt bleibe. Von wegen."
Auch die Süddeutsche urteilt, der Sender habe sein Gesicht nach dem Abgang von Harald Schmidt verloren. Das Münchner Blatt weiss zudem, dass Eigentümer Haim Saban Schmidt bereits vor Hoffmanns Absetzung gebeten haben soll, den Vertrag mit Sat.1 zu verlängern. Sat.1-ProSieben-Chef Urs Rohner habe mit dem Talkstar entsprechende Gespräche geführt, sich aber nur ausweichende Antworten geholt. Schmidt soll mit der Führung des Senders nicht einverstanden gewesen sein. "Je mehr Saban und Rohner ungehemmt im zweitgrössten deutschen Privat-TV-Konzern herumfuhrwerkten, umso galliger wurde Schmidt", schreibt die Süddeutsche.
Nun werde die Personalie Schmidt, vielleicht auch das Taktieren Rohners, auf der Aufsichtsratssitzung der Pro Sieben Sat.1 Media AG vom Mittwoch zum Thema, so die Süddeutsche weiter. Bei der Axel Springer AG, einem Minderheitsaktionär, schauten viele mit grossen Augen auf die Vorgänge. "Das ist dilettantisch gemacht worden", habe ein Eingeweihter gesagt.