Der Montagsausgabe des Blicks war ein geschlossenes Couvert beigelegt, dessen Inhalt nur für über 18-Jährige bestimmt war. In grossen roten Lettern stand geschrieben, wer diesen Umschlag öffne, bestätige, über 18 Jahre alt zu sein und an sexuell offensiven Darstellungen keinen Anstoss zu nehmen. Im Couvert befand sich ein 32-Seiten dickes Heft der Firma Libosan, das ausschliesslich Erotik-Anzeigen enthielt und auf dessen Titelseite eine barbusige blonde Frau abgebildet war.
Über die freizügige erotische Werbung müssen sich viele Blick-Leser geärgert haben. Denn der Ringier-Verlag liess gleichentags verlauten, dass er die Erscheinung der Beilage ausserordentlich bedauere und sich in der Dienstagsausgabe der Zeitung bei seinen Kunden und Lesern entschuldigen will. "Die Herausgabe der Beilage der Firma Libosan entspricht nicht den Richtlinien und Gepflogenheiten der Blick-Gruppe", erklärte Pressesprecherin Myrta Bugini gegenüber "persoenlich.com". Anzeigen und Beilagen, die Gesetze oder die öffentliche Moral verletzen könnten, würden üblicherweise von der Verlagsleitung geprüft und der Chefredaktion oder der Bereichsleitung vorgelegt. Im vorliegenden Fall sei dies jedoch nicht geschehen.
Die Frage, wie es dazu kommen konnte, dass die Werbung für die Sexangebote flächendeckend allen 275'000 Exemplaren der Boulevardzeitung beigelegt wurde, konnte Bugini indes nicht beantworten. Der Fehler müsse in der Auftragsabwicklung im Verlag passiert sein. Man sei gegenwärtig damit beschäftigt, interne Abklärungen vorzunehmen. Solange diese nicht beendet seien, wären auch die Verantwortlichen beim Blick für die Presse nicht zu sprechen.
Gemäss Thomas Scheurer, Marketingchef des von "persoenlich.com" war die Erotik-Beilage von Libosan bereits am Donnerstag dem 13. Januar in der Ringier-Druckerei Adligenswil angeliefert worden. Erstaunlich, dass der Fehler angesichts dessen nicht schon früher bemerkt wurde.