Das Sommerprogramm von SF DRS ist noch nicht einmal angelaufen, da wird es schon kritisiert. Dabei geht es aber weniger um den Inhalt, als um die Finanzierung. Der Blick kritisiert, dass in der Sendung "SF Spezial Fernweh" für die Sommerserie "Einmal im Leben" Angestellte von SF DRS auf Kosten der Gebührenzahler in ihre Traumferien geschickt würden.
"Eisbären-Safari auf Spitzbergen, Dschungeltrip nach Kambodscha oder Verwandtensuche in den USA: Fernsehdirektorin Ingrid Deltenre erfüllt ihren Mitarbeitern jeden Wunsch. Gratis und franko", schreibt der Blick. Die einzige Bedingung sei, dass die "Selbstverwirklichung" auf Video festgehalten werden müsse.
Maximillian Reimann, SVP-Ständerat und ehemaliger Fernsehmitarbeiter findet dies "eine ungeheuerliche Arroganz und Frechheit gegenüber dem Gebührenzahler", wie er im Blick erklärt. In seinem Gastkommentar meint er sogar: "Mit dieser Übung zeigt das Schweizer Fernsehen DRS, dass es ganz klar über seinen Verhältnissen lebt." Gebührengelder würden missbraucht, um einigen Moderatoren ihre Hobbyferien zu finanzieren.
Irreführender Artikel
SF DRS reagierte mit einer Stellungnahme auf den Blick-Artikel. Es sei folgendes klarzustellen:
"Die Redaktion "SF Spezial" berichtet seit über zehn Jahren im Sommerprogramm mit Bei-trägen aus fern und nah. Es ist Ziel dieser Sendung, dem Publikum ferne Destinationen näher zu bringen. Dies gehört zum Konzept der "SF Spezial"-Sommerserie. In der diesjährigen Serie "Einmal im Leben..." konnten SF-DRS-Reporter bei Redaktionslei-ter Kurt Schaad Wünsche für Reportagen einbringen.
Zudem begleiten die "SF Spezial"-Reporter in der Sommerserie Menschen, die sich einen Traum erfüllen wollen. Alle Vorschläge mussten ins Konzept der Sendung passen, wurden auf deren Relevanz geprüft und werden aus dem ordentlichen Budget von "SF Spezial" bezahlt. Die Sendung wird nicht ge-sponsert. Die redaktionelle Unabhängigkeit bei der Wahl der Destinationen und der Vermittlung der Reportagen ist SF DRS wichtig.
Anders als im Blick zu lesen, erfüllt Fernsehdirektorin Ingrid Deltenre ihren Mit-arbeitenden nicht jeden Wunsch. Zum "SF Spezial"-Team der Serie "Einmal im Leben" gehören neun Fernwehreporter. Diese Personen verbringen keine bezahlten Ferien. Sie realisieren innerhalb weniger Tage die jeweilige Reportage und sind als VJs unterwegs, da dies die kostengünstigste Produktionsart ist. Bezahlt sind der Arbeitseinsatz und die Kosten, die damit anfallen.
Der Blick schreibt zudem: Die Selbstverwirklichung müsse auf Video festgehalten werden. Dies sei die einzige Bedingung, damit SF DRS seinen Mitarbeitenden die grössten Träume auf Kosten des Hauses und bei voller Bezahlung erfülle. Diese Aussage ist falsch. Wie oben erwähnt, sind neun ausgewählte "SF Spezial"-Reporter für die Sommerserie im Einsatz. Bei diesen Arbeitseinsätzen geht es ausschliesslich um die Realisierung des jeweiligen Beitrages.