Die Berichterstattungen über UBS-VR-Präsident Marcel Ospel und Jürg Maurer, Rieter-Pensionskassenverwalter, hatte für den Blick grosse wirtschaftliche Folgen. Dies berichtet die "Bilanz" in ihrer aktuellen Ausgabe. So würden viele Grossunternehmen als Folge der Kampagnen gegen die zwei Protagonisten nicht mehr im "Blick" inserieren. Dadurch seien der Boulevardzeitung Einnahmen in Höhe von 12 Millionen Franken entgangen.
Laut "Bilanz" leide nur noch die Wochenzeitung "WoZ" unter einem noch krasseren Inserateboykott der Wirtschaft als der "Blick". Deshalb verwundere es nicht, dass das Verlagshaus Ringier mit allen Mitteln versuche, den Wiederanschluss an die Wirtschaft zu finden. Mit aussergewöhnlichen Schuldeingeständnissen und Richtigstellungen im Fall Swissfirst und jenem des Pensionskassenverwalters Maurer wolle man den Schaden begrenzen, so die Bilanz. Der designierte "Blick"-Chefredaktor Bernhard Weissberg habe nun den Auftrag gefasst, den früheren Duktus gegenüber der Wirtschaft zu entschärfen.
Ringier: Bilanz-Artikel entbehrt jeglicher Grundlage
Ringier-Konzernsprecher Marco Castellaneta hält auf Anfrage von "persoenlich.com" fest, dass der Artikel in der "Bilanz" weit neben der Realität liege und jeglicher Grundlage entbehre. Zu den angeblichen Inserateverlusten aufgrund der Artikel über Marcel Ospel und Jürg Maurer meint Castellaneta: "Auch wenn mit der Bezeichnung Kampagne wohl die Berichterstattung gemeint ist, bleibt die Behauptung falsch."
Es treffe nicht zu, dass Grossunternehmen den "Blick" meiden würden. "Der 'Blick' ist nicht nur die meistgekaufte Zeitung der Schweiz, sondern auch die meistegelesene Bezahlzeitung. Es ist selbstverständlich, dass diese Position im Anzeigenmarkt sehr geschätzt wird", so Castellaneta. Bernhard Weissberg habe auch keinen Versöhnungsauftrag erhalten. "Marc Walder hat in seiner Funktion als Redaktionsdirektor Zeitungen die beiden 'Dossiers' Thomas Matter und Jürg Maurer für 'Blick' und 'SonntagsBlick' bereinigt. Mit der zukünftigen journalistischen Ausrichtung der beiden Titel hat dies nichts zu tun."