"Mit dumpfer Lust zelebriert der von einem wendigen Theologen geführte Blick eine neuerliche Hämekampagne gegen die ehemalige Bundesrätin Elisabeth Kopp". Der diesen Vorwurf in seinem Editorial erhebt, ist niemand anderes als Roger Köppel, seines Zeichens Weltwoche-Chefredaktor. Der "dröhnende Moralisten-Ton" der Berichterstattung passe zur Artikelserie, die sich "am emotionalen Primitivreservoir frühneuzeitlicher Treibjagd-Rituale bedient" -- bis das Opfer "schliesslich erledigt und ausgeweidet am Boden" liege.
Wobei die Ächtung der ersten Schweizer Bundesrätin, an der sich noch heute "jeder Blick-Volontär die Schuhe abputzen darf", in keinem Verhältnis zu den Vorfällen stehe, die ihr zur Last gelegt werden könnten. Weshalb Weltwoche-Autorin Yvonne-Denise Köchli "aus Anlass der neuesten Boulevard-Enthüllungen" durch das "schwindsüchtige Boulevardblatt" den so genannten Fall Kopp in der aktuellen Ausgabe des Magazins nochmals aufarbeiten durfte.