Britta Güntert gewinnt mit «Glück»

KatalysatOhr 2022 - Das Hörspielprojekt über häusliche Gewalt wird mit dem Audio-Förderpreis der Stiftung Radio Basel ausgezeichnet.

«Glück» – dies ist der prägnante und durchaus irreführende Titel von Britta Günterts Siegerprojekt, einem audiofiktionalen Hörspiel. Im Fokus steht häusliche Gewalt: Als Nachbarin einer betroffenen Familie und später einzig verbleibende Bezugsperson der versteckten Familie, bekommt die Autorin jahrelang mit, was es bedeutet, ein Leben voller Ängste und Ohnmacht zu führen. Ein hochrelevantes Thema also mit dem persönlichen Blick der Begleitenden und auch Mitbetroffenen.

Die Autorin wirft das Licht auf ein Tabuthema, geht dabei aber auch grundsätzlichen Fragen nach «Was ist Liebe?» oder «Was ist Familie?». Und es geht darum, was geschieht, wenn Betroffene die Gerechtigkeit nicht länger dem Staat überlassen wollen – und die Sache selbst in die Hand nehmen.

Neben Themenwahl und Herangehensweise liess sich die Jury auch vom ausgereiften künstlerisch-literarischen Konzept überzeugen. Formal ist es das gewagteste Projekt aller Wettbewerbseinreichungen, wie es in einer Mitteilung heisst. Die Umsetzung im Audioformat lasse die Hörenden nicht nur besser in die Geschichte eintauchen, sei die Autorin überzeugt, sondern biete in der Form eines fiktionalen Hörspiels auch eine gute Lösung hinsichtlich Anonymisierung.

Für die Realisierung des Hörstücks spricht die Stiftung Radio Basel 6000 Franken und ermöglicht der Autorin Britta Güntert eine Produktionswoche im Basler SRF-Studio. Projekt und Preisträgerin werden am 24. Februar 2023 im Rahmen des Berner Radio- und Podcast Festivals Sonohr vorgestellt. Das aus dem prämierten Projekt hervorgehende Hörspiel wird im Rahmen des Sonohr-Programms von 2024 Premiere feiern. (pd/cbe)