Medienpionier Roger Schawinski stellte gestern Abend im vollbesetzten Zürcher Kaufleuten seine soeben erschienene Autobiografie "Wer bin ich?" vor. Befragt von Altregierungsrat Markus Notter, der in dieser Funktion ein erstaunliches Talent bewies, erzählte ein gutgelaunter Schawinski von der Entstehungsgeschichte des 450-seitigen Werks, welches in lediglich vier Monaten entstanden sei.
Auslöser sei ein Artikel in der "Weltwoche" gewesen, in welcher er im vergangenen Sommer seine Familiengeschichte beschrieben habe. Aufgrund der vielen Reaktionen habe er sich anschliessend entschlossen, seine eigenen Lebenserinnerungen zu schreiben und "keine Tabus" auszulassen. Dabei habe er sich an ausländischen Biografien, wie der derjenigen von Keith Richards oder Sammy Davis jr. orientiert, da er die Leute nicht langweilen wolle.
Vorgehen nach dem Lustprinzip
Notter ging in seinem Gespräch immer wieder auf die Tabuthemen "Religion, Geld und Sex" ein und versuchte dabei auch Schawinskis Antriebsfeder zu ergründen. Der Medienpionier betonte dabei mehrmals, dass er für seine Projekte keinen bestimmten Plan verfolge, sondern nach dem Lustprinzip vorgehe. Dabei verwies er auch auf den Jugendsender Radio 105, den er vor einigen Wochen vor dem Konkurs gerettet hatte.
Zuletzt äusserte sich Schawinski auch zu seinen Kritikern. Viele Journalisten hegten Neidgefühle gegenüber ihm, weil er es weiter gebracht hätte. Dabei bezog er sich vor allem auf eine Kritik von Jean-Martin Büttner, die am vergangenen Samstag im "Tages-Anzeiger" erschienen war. Im Publikum befanden sich viele Weggenossen und Familienangehörige von Schawinski. (ma)
Bilder: Kein & Aber Verlag