Bundeshausredaktor Beat Jost gefeuert

SonntagsBlick - Völlig unterschiedliche journalistische Auffassungen.

Der SonntagsBlick trennt sich von einem seiner profiliertesten Politik-Journalisten: Beat Jost, 52, erhielt vor kurzem von Chefredaktor Marc Walder die Kündigung und wurde per sofort freigestellt, wie Recherchen von "persoenlich.com" ergeben haben.

"Ich habe entschieden, mich von Beat Jost zu trennen, da wir komplett unterschiedlicher journalistischer Auffassung waren", erklärt Walder auf Anfrage von "persoenlich.com". Der Konflikt zwischen Walder und Jost hatte dem Vernehmen nach schon länger geschwelt. In der zweiten Augustwoche dann kam es zum Eklat und zur Freistellung des erfahrenen Journalisten.

Jost sagt auf Anfrage von "persoenlich.com": "Es gab erhebliche Differenzen über die inhaltliche Ausrichtung des SonntagsBlick." Für ihn sei es zunehmend schwieriger geworden, ernsthafte, politisch relevante Geschichten ins Blatt zu bringen. "Was immer zählte, war dagegen der Promi-Faktor eines Artikels", kritisiert der 52-Jährige. So habe Blocher im SonntagsBlick seine Auferstehung in allen Party-Varianten gefeiert -- nur in seiner politischen Arbeit blieb der SVP-Bundesrat unbehelligt."

Jost arbeitete in seiner journalistischen Laufbahn als Wirtschaftsredaktor beim Blick und war seit 2005 in Bern für den SonntagsBlick tätig. Zusammen mit Sandro Brotz deckte er die CIA-Affäre auf, welche über die Landesgrenze hinaus Beachtung fand und ihm eine Anklage des Militärgerichts eintrug. Er wie auch Brotz wurde freigesprochen.