«Noch nie gab es so viele Imagepfleger und Schönredner innerhalb der Bundesverwaltung wie heute», schrieb Simon Bärtschi - Mitglied der Chefredaktion des «Tagesanzeigers» und «SonntagsZeitung» - in der «Medienmacher»-Kolumne der «Sonntagszeitung» vor einer Woche. Er zählte 309 Vollzeitstellen. Die Öffentlichkeitsarbeit des Bundes würde damit immer mehr die Agenden der Redaktionen bestimmen. Der Text erschien unter dem Titel «Bienenfleissig, aber unnütz».
An gleicher Stelle wehrt sich nun Bundesratssprecher André Simonazzi unter dem Titel «Bienenfleissig und nützlich – eine Replik». Er betont, dass die Kosten für die Öffentlichkeitsarbeit beim Bund in den letzten 15 Jahren stabil bei rund 80 Millionen Franken geblieben sind. Von den 309 Vollzeitstellen, die Bärtschi zählte, seien nicht einmal ein Drittel Pressesprecher. «Die Verwaltung soll aktiv, umfassend, kontinuierlich, sachlich und wahr informieren. Und das notabene mit gerade mal 0,13 Prozent aller Bundesausgaben», rechnet Simonazzi vor.
Im letzten Satz greift er Bärtschis Vorwurf der Desinformation auf und fragt: «Liegt Desinformation nicht dann vor, wenn man solch pauschale Vorwürfe erhebt, ohne bekannte Fakten zu berücksichtigen?» (rar)
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