"Buzz FM" will Konzession an "One FM" abtreten

Radio-Streit - BAKOM: "Grundsätzlich möglich."

Radio "Buzz FM" will seine eben erst erteilte Radiokonzession an den Genfer Lokalsender "One FM" abtreten. Dieser war bei der Konzessionsvergabe letzte Woche leer ausgegangen. Wie das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) am Freitag mitteilte, ist dies grundsätzlich möglich. "One FM" müsse aber darlegen, wie es den konzessionsrechtlichen Informations-Auftrag erfüllen wolle, sagte BAKOM-Vizedirektor Matthias Ramsauer auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Das bisherige Projekt des Senders habe nicht genügt, es seien qualitative und quantitative Verbesserungen notwendig. Über die neue Eingabe werde das BAKOM dann eine öffentliche Anhörung durchführen.

David Ramseyer, Chefredaktor der gemeinsamen Redaktion von "One FM" und dem Fernsehsender "Lémain Bleu" zeigte sich zuversichtlich, dass die Radiostation damit gerettet ist. Die Redaktion werde neu strukturiert und die Qualität der politischen Debatten verbessert, sagte er auf Anfrage.

"One FM" kann auch auf gewichtige Unterstützung zählen: Nach dem negativen Konzessionsentscheid von letzter Woche hatten sich mehrere Genfer Politiker für den Sender stark gemacht. Mit seinen täglich 100 000 Zuhörererinnen und Zuhörern sei er ein wichtiger lokaler Partner für zahlreiche kulturelle Events und liefere auch selber produzierte Informationsinhalte, erklärten sie.

Aber nicht nur "One FM" war in Genf von der Konzessionsvergabe enttäuscht. Auch "Buzz FM", ein Radio das bislang nur auf dem Papier existiert, war mit den Konzessionsauflagen unzufrieden. Dies dürfte unter anderem zum Vorschlag geführt haben, die Konzession an "One FM" abtreten zu wollen. (sda)