Anlass für diese Änderung sind laut BZM namentlich die Klärung der Verhältnisse zwischen den führenden Zeitungsverlagen im Raum Nordschweiz, das Aufkommen neuer Zeitungsformen und -kombinationen und damit im Zusammenhang stehende, grundlegende Meinungsverschiedenheiten über die Art und Weise der Marktbearbeitung.
Die PubliGroupe bleibe jedoch ein strategisch wichtiger Partner der BZM und ist weiterhin mit 37 Prozent an der BZM-Gruppe beteiligt. 63 Prozent vertritt die Hagemann & Co. Die PubliGroupe wird auch zukünftig in der Anzeigenvermittlung für die BZM und die Anzeigenkunden in der Region tätig sein.
Dass eine Zeitung die Regie im Inserateverkauf zurücknehme, sei "kein Routinevorgang", sagte Hans-Peter Rohner, CEO der PubliGroupe AG. Inserate vermitteln wird Publicitas der BZM indes weiterhin. Rohner schätzt, dass sie in dieser Rolle etwa 50 Prozent des Inserateumsatzes der BaZ beisteuern könne.
Matthias Hagemann, VR-Präsident der Basler Zeitung Medien (BZM), sagte auf Anfrage, die Publicitas habe für die drei in der Region konkurrierenden Titel, die Basler Zeitung (BaZ), die Basellandschaftliche Zeitung und die Mittelland Zeitung, den Inserateverkauf besorgt. Das habe zu Interessenkonflikten geführt.
Der Verlag Basler Zeitung Medien will den Inserateverkauf nun in eigener Regie übernehmen und dafür laut Hagemann eine hauseigene Abteilung aufbauen. Der Verlag erhoffe sich daraus mehr Umsatz.
Der Basler Zeitungsmarkt ist umkämpft: Die Basellandschaftliche Zeitung erscheint seit September 2006 im Verbund mit der Mittelland Zeitung, ist aber publizistisch unabhängig geblieben. Die BaZ, die ihre einzige regionale Konkurrentin gerne selber eingebunden hätte, konterte mit einem ausgebauten Regionalteil.