Bundesrätin Micheline Calmy-Rey hat zur Einhaltung der 3. Genfer Konvention aufgerufen und beim Westschweizer Fernsehen (TSR) interveniert. Dieses hatte irakische Fernsehbilder von amerikanischen Kriegsgefangenen ausgestrahlt. Genf sei eine humanitäre Hauptstadt. Sie könne nicht verstehen, dass sich das TSR dort erlaube, die Gesichter von US-Soldaten, die in irakische Gefangenschaft geraten seien, zu zeigen, erklärte die Aussenministerin in einem Interview mit dem Westschweizer Politmagazin L'Hebdo.
Die Interviews von Kriegsgefangenen verstiessen gegen die 3. Genfer Konvention, sagte sie weiter. Diese verbietet es auch, Kriegsgefangene in der Öffentlichkeit zur Schau zu stellen. Sie habe in dieser Sache eine offizielle Demarche an die SSR-SRG idée suisse geschickt, sagte Calmy-Rey. Bei der SRG ist man jedoch der Ansicht, das Thema "korrekt, mit Vorsicht und sorgfältig" behandelt zu haben. Dies erklärte SRG-Kommunikationschefin Josefa Haas am Donnerstag. Man müsse die Öffentlichkeit informieren, dass es Kriegsgefangene gebe, rechtfertigte sie die Fernsehbilder, welche die Gesichter zeigten.

