23.05.2023

Regionalfernsehen

Canal Alpha bewirbt sich um Bieler Konzession

Der Neuenburger Regionalsender will einen zweiten Kanal aufbauen und mit Canal B ein zweisprachiges Programm für die Region Biel/Seeland/Berner Jura veranstalten.
Regionalfernsehen: Canal Alpha bewirbt sich um Bieler Konzession
Eine Kamera von Canal Alpha im Parlament des Kantons Jura in Delémont. (Bild: Keystone/Jean-Christophe Bott)

Mit seinem Gesuch reagiert der Regionalsender Canal Alpha auf die veränderten Konzessionsgebiete. Aktuell hat das Neuenburger Fernsehen den behördlichen Auftrag, ein Programm für den gesamten Jurabogen vom nördlichen Kanton Waadt bis in den Berner Jura zu veranstalten. Mit der Neuvergabe der Konzessionen für die Periode von 2025 bis 2034 hat das Bundesamt für Kommunikation den Berner Jura neu dem Bieler Konzessionsgebiet zugeschlagen.

Wie Canal Alpha am Montag mitteilte, möchte der Sender weiterhin für den Berner Jura senden und hat daher ein Gesuch für die Bieler Konzession eingereicht. Sollte das Unternehmen den Zuschlag erhalten, würde er in Biel ein Studio und eine Redaktion mit 20 Journalistinnen und Journalisten aufbauen und unter dem Namen Canal B ein zweisprachiges Programm veranstalten. Insgesamt würden in Biel 35 Mitarbeitende arbeiten, schreibt der Sender in einer Mitteilung.

TeleBielingue sendet seit 1999

Mit seinem Konzessionsgesuch tritt der Neuenburger Sender in Konkurrenz zu TeleBielingue, das seit 1999 ein zweisprachiges Programm für den Grossraum Biel/Seeland veranstaltet und das auch weiterhin tun möchte. Das zweisprachige Regionalfernsehen gehört zur Groupe Gassmann, die auch das Bieler Tagblatt herausgibt und den Radiosender Canal3 betreibt.

Für das neu um den Berner Jura erweiterte Bieler Konzessionsgebiet gibt es pro Jahr 3,7 Millionen Franken an Subventionen. Im Sendegebiet Arc Jurassien (Jurabogen), wo Canal Alpha schon heute sendet, stellt der Bund 3,6 Millionen Franken zur Verfügung. Damit würde der Sender, sollte er beide Konzessionen erhalten, über 7 Millionen Franken kassieren.

Bessere Chancen als andere Projekte

Wer das Rennen machen wird, entscheidet bis Ende Jahr das Departement Uvek von Bundesrat Albert Rösti. Canal Alpha darf sich insofern gewisse Chancen ausrechnen, als dass es einen langjährigen Leistungsausweis als Regionalfernsehen mitbringt. Das unterscheidet die Konstellation von anderen Regionen, wo neue Projekte  gegen etablierte Sender antreten, wie etwa in Bern oder der Ostschweiz.


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