"'Cash daily' nicht ganz billig"

Michael Ringier - Verleger denkt laut über Gratiszeitungsprojekte nach.

Verleger Michael Ringier äussert sich in einem Interview mit der heute Donnerstag erscheinenden Ausgabe der deutschen Fachzeitung Horizont zum Thema Gratiszeitung. In Deutschland rechnet er in absehbarer Zeit nicht mit Gratiszeitungen, da der Launch sehr teuer sei und in jeder Stadt mindestens zwei Konkurrenten lauern würden.

Auf die Pläne in der Schweiz -- namentlich zum Projekt "Cash daily“ meint Michael Ringier: "Wir wollen mit 'Cash' medial alle Informationskanäle bedienen: TV, Internet, Print, Gratiszeitung. Das wird allerdings nicht ganz billig, weshalb wir mit unseren Überlegungen noch nicht am Ende sind."

Neben Cash daily soll bei Ringier auch an einer Gratiszeitung gearbeitet werden. Danach befragt, meint Michael Ringier gegenüber Horizont: "Das ist eine der schwierigsten Entscheidungen, die ich in den letzten Jahren fällen musste und die mit grossen Unwägbarkeiten verbunden ist. Aber keine Frage: Gratiszeitungen sind ein neuer Faktor. Wir haben zu spät erkannt, dass die Voraussetzungen für eine Gratiszeitung nirgendwo in Europa so gut sind wie in der Schweiz."

Michael Ringier erklärt auch, wieso der Schweizer Markt so gute Voraussetzungen für eine Gratiszeitung besitzt: "Die Schweiz hat eines der besten Nahverkehrssysteme der Welt. Man braucht hierzulande nur in sechs Städten eine Zeitung zu machen und ist bereits national aufgestellt. Zudem haben wir ein hohes Werbeaufkommen und nach wie vor gute Anzeigenpreise. Das ist der ideale Nährboden für Gratiszeitungen. Deshalb denken wir ernsthaft darüber nach, wie wir in diesen Markt einsteigen können."