In der Schweizer Verlagsbranche scheinen die Kontinentalplatten in Bewegung zu sein. Letzten Freitag schrieb der "Tages-Anzeiger", dass sich die NZZ und BaZ in Verhandlungsgesprächen befänden. Dies wurde vom Basler Medienhaus allerdings vehement dementiert. Am Montag kommunizierte dann die Publigroupe, dass die NZZ-Gruppe ihren Regievertrag mit der Publicitas erneuert. Die Meldung dürfte für Staunen gesorgt haben, dachte der NZZ-CEO Albert P. Stäheli in seinen letzten Interviews laut darüber nach, in die Eigenregie zu wechseln. Deshalb fragt man sich nun, wie dieser Schachzug zu interpretieren ist. Erneuerte Stäheli den Vertrag mit der Publigroupe, um an das "BaZ"-Aktienpaket zu gelangen, welches sie hält? Immerhin bekundete Stäheli im Sommer in einem Interview mit der "Handelszeitung" Interesse.
Gegenüber "persoenlich.com" meinte Stäheli nun, dass die BaZ bei den Verhandlungen mit der Publigroupe keine Rolle spielte: "Der Entscheid wurde weder strategisch noch politisch gefällt, sondern auf der Basis Leistung, Preis und Kosten." Stäheli mochte sich am Telefon auch nicht weiter zum Fall BaZ äussern. Auf die Frage, ob es denn realistisch sei, dass sich die BaZ, die AZ Medien Gruppe und die NZZ gemeinsam organisieren, um Tamedia die Stirn zu bieten, meinte Stäheli nur: "Es ist richtig, dass derzeit ein nötiger Konsolidierungsprozess stattfindet. Wie sich dieser Prozess gestaltet, kann im Moment niemand voraussehen." (cl)