Wie die Weltwoche in ihrer neuesten Ausgabe berichtet, muss sich Hugo Loetscher, einer der bedeutendsten Schweizer Schriftsteller, auf einen Prozess gefasst machen. Charlotte Kerr, die berühmteste Witwe im Land, fühlt sich in ihrer Ehre verletzt. Sie stört sich an der Art und Weise, wie Loetscher sie in seinem Buch Lesen statt klettern" (Diogenes 2003) dargestellt hat. Loetscher beschrieb darin die Trauerfeier Dürrenmatts und wie die Witwe den Anlass inszenierte. Bis heute ist unklar, wo sich die Ruhestätte des grossen Dichters befindet.
Was Charlotte Kerr seit dem Tod ihres Gatten am 14. Dezember 1990 aufführt, ist eine Groteske, wie sie Dürrenmatt nicht drastischer hätte erfinden können, schreibt die Weltwoche. Die Witwe Kerr fühlt sich seit längerem als Opfer der Medien und der einstigen Weggefährten Dürrenmatts. In den 90-er Jahren prozessierte sie bereits gegen den Diogenes Verlag, der seit 1979 Dürrenmatts Werk betreut. Und im Sommer dieses Sommers schleppte sie den Göttinger Publizisten Heinz Ludwig Arnold, einen engen Vertrauten des Schriftstellers, vor den Richter. Nun ist Hugo Loetscher an der Reihe. Nachdem er eine Unterlassungsverpflichtung nicht unterzeichnet hat, will Charlotte Kerr Dürrenmatt ihn nun vor ein Berliner Gericht schleppen.