SF-DRS-Chefredaktor Ueli Haldimann hat dem Redaktionsleiter des Nachrichtenmagazins "10vor10" einen Verweis erteilt. Grund ist ein fingierter Abschiedsbrief, der nach der Bluttat in einer Zürcher Bank vom 5. Juli über den Sender ging. Einen Verweis erhielt auch der für den Beitrag verantwortliche Produzent, wie Haldimann in einem Interview mit dem Tages-Anzeiger vom Samstag erklärte. Der Fall sei ein klarer Verstoss gegen die publizistischen Leitlinien von SF DRS. Die Absicht, den Brief zu fälschen, habe aber niemand gehabt.
Die Idee, den Brief nachzustellen, sei stümperhaft. Dass die Inszenierung nicht mit dem Einblender "nachgestellte Szene" gekennzeichnet worden sei, habe den Fehlentscheid zu einem gravierenden Fehler gemacht. "10vor10"-Redaktionsleiter Klaus Vieli habe von der Inszenierung keine Kenntnis gehabt. Er habe untersucht, wie der Fehler habe passieren können, sagte Haldimann weiter. Abhilfe schaffen will er mit verstärkten internen Kontrollen. Er habe Klaus Vieli die entsprechenden Aufträge erteilt. Das Nachrichtenmagazin dürfe sich keine Fehler, keine Peinlichkeiten und keine Pannen mehr leisten. Für Haldimann hat "10vor10" wegen zu häufiger Fehler derzeit ein Imageproblem, "obwohl oft sehr gute Beiträge produziert werden". In "10vor10" verlangt er zudem mehr Beiträge über relevante Themen. Die Quote sei nicht der einzige Massstab.