Chefredaktor Marco Boselli wehrt sich gegen Zensurvorwürfe

20 Minuten - 20-Minuten-Chefredaktor Marco Boselli begründet, warum er im Internet kein «Stammtischgejohle» aufschalte.

In der aktuellen Weltwoche begründet 20-Minuten-Chefredaktor Marco Boselli, warum seine Redaktion bei heiklen Themen wie Asylmissbrauch oder Islam keine Onlinekommentare aufschaltet. Damit wehrt er sich gegen den Zensur-Vorwurf, den das Wochenblatt vergangene Woche erhoben hatte. Laut Boselli erhalte 20 Minuten täglich zwölf- bis fünfzehntausend Onlinekommentare, wovon ungefähr zwei Drittel publiziert werden. Man gehe durchaus heikle Themen an, so Boselli, «aber anständig, nämlich journalistisch».

Boselli räumt in dem von Weltwoche-Autor und SVP-Nationalrat Peter Keller geführten Interview an, dass er von der Heftigkeit der Kommentare nach den Silversterereignissen in Köln überrascht worden sei. Auf «die neue Qualität von Fremdenfeindlichkeit» habe man reagieren müssen. Das sei «keine Debatte mehr, sondern primitivstes Stammtischgejohle.» Sein Medium habe gleich reagiert wie die Onlinedienste von Spiegel und der Süddeutschen in vergleichbaren Fällen.

Für Boselli ist klar, dass es «Grenzen der Meinungsfreiheit» gibt und verweist im Interview daraufhin, dass Medienunternehmen für widerrechtliche Kommentare haftbar sind. 20 Minuten zahle einen sechsstelligen Betrag für diejenigen Mitarbeitenden, die für die Freischaltung der Kommentare verantwortlich seien. (ma)

Bild: Keystone