Chefredaktor Stefan Aust muss gehen

"Spiegel" - Absetzung erfolgt auf Initiative der Mitarbeiter KG.

Der langjährige Chefredaktor des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel", Stefan Aust, muss gehen. Der Vertrag von Aust werde nicht verlängert, teilte das Verlagshaus am Donnerstag in Hamburg mit. Das Arbeitsverhältnis endet damit am 31. Dezember 2008. Die Absetzung Austs erfolgt auf Initiative der Mitarbeiter KG, die die Mehrheit am Spiegel Verlag hält. Über eine Nachfolge werde zu gegebener Zeit informiert, hiess es in der knappen Pressemitteilung.

Am Spiegel-Verlag sind die Mitarbeiter dank einer Schenkung des verstorbenen Gründers Rudolf Augstein 50-Prozent-Teilhaber. Jeder Mitarbeiter, der drei Jahre beim Spiegel arbeitet, kann sich als stiller Gesellschafter an der Mitarbeiter KG beteiligen und hat damit ein Mitspracherecht. Rund 25 Prozent hält das zum Bertelsmann-Konzern gehörende Verlagshaus Gruner + Jahr, die restlichen Anteile liegen bei der Erbengemeinschaft Augstein.

Laut Medienberichten sollte der Vertrag Austs ursprünglich noch bis Ende 2010 verlängert werden. Für seine Nachfolge seien Giovanni di Lorenzo, Chefredaktor der "Zeit", und Mathias Müller von Blumencron, Chefredaktor von "Spiegel Online", im Gespräch. Bisher hätten sich diese Planspiele allerdings auf die Zeit nach 2010 bezogen.

Laut dem Online-Medienmagazin "DWDL.de" gab es in den vergangenen Wochen diverse Querelen innerhalb des Spiegel-Verlags. So habe Aust als Gegner der Umstrukturierung der Fernsehtochter Spiegel TV gegolten. Kritik habe es auch am Führungsstil der Chefredaktors gegeben, der die redaktionelle Leitung des Nachrichtenmagazins 1994 übernommen hatte. (sda)