Das ausgebaute Angebot von Telebasel erfährt heftige Kritik, noch bevor es überhaupt gestartet ist. Der Lokalsender hat für Ende Januar sein Programm und seinen Onlineauftritt aufgefrischt, zudem lanciert er eine Mobile App (persoenlich.com berichtete). Medienunternehmer Christian Heeb, dessen Newsplattform barfi.ch in Konkurrenz zu Telebasel steht, passt das nicht. Er sieht die mit der Konzession verbundenen Auflagen an Telebasel durch die neuen Pläne verletzt, wie er bereits Ende Dezember - noch bevor die Pläne des Lokalsender offiziell waren - in einem Beitrag auf barfi.ch festhielt.
Telebasel erhält jährlich rund 2,5 Millionen Franken Gebührengelder. In der Konzession des Sender heisst es, das Onlineangebot müsse sich zeitlich und thematisch an den Inhalten des Fernsehprogramms orientieren. Davon weicht Telebasel mit seinem neuen Angebot ab. "Die widerrechtlichen Pläne an der Steinenschanze gefährden unsere Existenz und die der Mitbewerber", schreibt Heeb dazu in seinem Beitrag.
Heeb will rechtlich vorgehen
Heebs Kritik stützt Urs Saxer, Anwalt und Professor für Medienrecht an der Universität Zürich. In einer ersten Einschätzung, die er der "Schweiz am Sonntag" abgab, äusserte Saxer "erhebliche Zweifel" am Konzeptwechsel. Ein Onlineportal müsste klar vom konzessionierten Sender abgegrenzt werden. Christian Heeb will rechtlich gegen Telebasel vorgehen.
Der Sender zeigt sich davon wenig beeindruckt. Geschäftsführer Dominique Prétôt sagte gemäss "Schweiz am Sonntag", das Bakom habe das neue Konzept mündlich und schriftlich, in Form von Gesprächsprotokollen, abgesegnet. Denn die Gebührengelder würden auch weiterhin für das bisherige TV-Programm eingesetzt. Der neue Auftritt werde mit Webe- und Sponsoringgeldern finanziert, die mehr als zwei Drittel des Budgets ausmachen würden. (rar)
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