Noch vor drei Wochen haben Sie einen Abgang gegenüber dem Baslerstab dementiert. Offensichtlich sagten Sie damals nicht die Wahrheit. Warum?
Dem Baslerstab habe ich gar nichts gesagt. Was der Baslerstab kolportiert hat, waren nur Gerüchte. Diese Gerüchte habe ich mit dem Prädikat "Schwachsinn" versehen und das hat wohl jemand ausgerichtet. Über den Baslerstab will ich auch nicht mehr reden. Dessen journalistische Leistung in der Sache war schlecht. Nein, eigentlich war das gar keine journalistische Leistung.
Ihr Ausscheiden per Juli 2004 soll schon beim Verkauf von Basilisk an Tamedia festgestanden haben. Dennoch hat sich auch Tamedia auf unsere wiederholten Anfragen nur verklausuliert geäussert, Andreas Meili hat am 22. Januar Ihren Ausstieg sogar rundweg dementiert. Wozu die forcierte Geheimniskrämerei?
Mein Vertrag ist immer schon befristet gewesen. Das stimmt. Ich werde hier sicher keine Quotes von Andreas Meili kommentieren, die ich nie gesehen habe. Mein Verhältnis zu Meili ist ein sehr freundschaftliches. Genauso wie jenes zu Martin Kall und Hans-Heinrich Coninx. Mit Geheimniskrämerei hat das nichts zu tun: Ich selber kommentiere prinzipiell keine Gerüchte und die Tamedia als börsenkotiertes Unternehmen tut das auch nicht.
Ich habe der Tamedia vor einem Jahr gesagt, dass ich mit Raphael Suter einen Spitzennachfolger habe, und dass mir 21 Jahre Basilisk nun reichen. In Hinsicht auf meinen Abgang habe ich auch das Basilisk-Team verjüngt.
Mal ganz ehrlich: Ist es nicht so, dass Tamedia Sie rausgestellt hat?
Nein, da können Sie wirklich vier mal "Nein" hinschreiben. Zwischen mich und die Tamedia lasse ich wirklich nichts kommen. Ich arbeite mit der Tamedia sehr gut zusammen und habe auch aus Zürich nie Weisungen entgegennehmen müssen. Ich wirkte, und wirke auch noch bis zum 1. Juli, völlig unabhängig. Ich freue mich auf die mir verbleibende Zeit bei Basilisk und werde mit unverändertem Elan weitermachen.
Dennoch wollten Sie Ihren Abgang so lang als möglich unter dem Deckel halten. Es macht gar den Anschein, als wäre Ihnen lieber gewesen, Sie hätten Ihr Ausscheiden bei Basilisk selber und ohne Druck von aussen verkünden können. Warum?
Ich habe meinen Rücktritt ja jetzt selber kommuniziert. Das Communiqué habe ich zusammen mit Andreas Meili verfasst. Im Fall des Baslerstabes haben wir gesagt: "Wir kommentieren keine Gerüchte". Es ist übrigens auch Blödsinn, zu behaupten, ich hätte im Baslerstab keine Stellung nehmen wollen. Als man mich anfragte, war ich verhindert. Ich bat darum, zurückrufen zu können. Meinen Anruf hat man dann aber nicht mehr beantwortet. Wir haben nun aus freien Stücken kommuniziert, nachdem wir das Basilisk-Team ins Bild gesetzt hatten.
Beim Verkauf vor zwei Jahren bezeichneten Sie den Deal als "die beste Garantie für die Entwicklung und Eigenständigkeit" von Radio Basilisk. Rückblickend fragt man sich, ob es Ihnen nicht schlicht ums Geld ging...
Das Geld hat bei mir nie eine Rolle gespielt. Hätte ich an die Basler Mediengruppe verkauft, hätte ich mehr bekommen. Auf deren Offerten bin ich aber nie eingetreten. Die einzige unabhängige Stimme in der Region, die ich selbst aufgebaut hatte, wollte ich nicht an die Monopolistin verkaufen. Rückblickend war der Verkauf an die Tamedia das einzig Richtige. Die BaZ hat kürzlich Stellen abbauen müssen. Ganz im Gegensatz zu Radio Basilisk: Wir haben zwei Stellen aufgestockt.
Sie überlassen Ihr Lebenswerk nun endgültig einem Zürcher Grossverlag. Wo bleibt da Ihr Basler Stolz?
Mein Stolz würde es nie zulassen, dieses Unternehmen der BMG mit ihrem jetzigen Aktionariat zu überlassen. Es ist höchste Zeit das die Tamedia in Basel einen Brückenkopf für die Basler aufbaut. Da ist jetzt mit Basilisk und 20 Minuten einiges passiert.
Sie übernehmen aus der Basilisk-Gruppe die MCC Media Clearing Center AG. Von welchen Heebschen Aktivitäten werden wir in Zukunft hören?
Ich habe die MCC schon übernommen. Sie gehört zu 100 Prozent mir und ist nicht etwa ein trojanisches Pferd der Tamedia. Was die MCC genau macht, kommuniziere ich am 2. Juli, vorher sage ich das gar niemandem. Nur so viel: Es ist alles aufgegleist. Ich habe bereits Verträge und Mitarbeiter. Aber ich kann als Geschäftsführer von Radio Basilisk nicht über eine andere Firma diskutieren. Ich dürfte zwar, aber das mach ich nicht. Sicherlich werde ich in der Region Basel auch in Zukunft zu sehen und zu hören sein.
Ihr einstiger Weggefährte Roger Schawinski hat verschiedene Bücher geschrieben. Hegen auch Sie schriftstellerische Pläne?
Ich denke nicht im Traum daran. Wenn ich solche Bücher lese, muss ich sagen, dass immer alles ein wenig anders war, als es in solchen Büchern geschrieben steht. Ich sehe mich als Medienunternehmer und Journalist, nicht als Schriftsteller.
(Interview: Maurice Thiriet, Stagiaire "persoenlich.com")