Nach der Übernahme der "BaZ" äussert sich der Tessiner Financier Tito Tettamanti zur Rolle von Christoph Blocher. Der SVP-Politiker hat keine Aktien bei der BaZ, haftet aber für die Schulden. Tettamanti im Interview mit der Zeitung "Der Sonntag": "Ich brauchte die Garantie von Blocher. Denn ich will das Risiko für die Druckerei nicht übernehmen. Ich bin ein Geschäftsmann!" Die neue Holding will laut Tettamanti auch gegen die "linkslastige SRG" mobil machen.
Tettamanti kontrolliert dank Vorzugsaktien mit nur 19 Prozent des Aktienkapitals knapp 54 Prozent der Stimmen. Im "Sonntag"-Interview stichelt Tettamanti zudem gegen die aufmüpfigen Basler: "Basel scheint mir empfindlicher zu sein als Zürich. Wahrscheinlich, weil sich Basel weniger entwickelt hat als Zürich. In Basel vererbt sich der Reichtum, in Zürich wird er immer wieder neu geschaffen: Dort wohnen die Neureichen. Interessanterweise werden die Neureichen von den Linken viel öfter kritisiert als die Altreichen, von denen es in Basel so viele gibt." Darum hätten vielleicht auch keine Basler Altreiche die BaZ übernehmen wollen. Tettamanti: "Es ist doch so: Wir, die BaZ-Investoren, stören. Wir stören die Basler Ruhe!"
Weiter äussert sich Tettamanti zu Blochers Vergleich mit der Judenverfolgung. "Blochers Juden-Vergleich ist übertrieben. Aber ich kann Blocher auch ein Stück weit verstehen. Er hat diesen Hass nicht verdient. (Sonntag)