Christoph Mörgeli denkt in seiner aktuellen "Weltwoche"-Kolumne laut über Product-Placement im Schweizer Fernsehen nach. Dem SVP-Nationalrat passt der "10vor10"-Beitrag über Fische im Mekong gar nicht ins Konzept. Dehalb nahm er Daniela Lagers Reportageserie "Lebensader Mekong" genauer unter die Lupe.
Der Vorwurf: Während ihrer Reise durch die südostasiatische Provinz machte sie Halt in der einzigen Bio-Suisse-zertifizierten Pangasius-Zucht Vietnams. Der SVP-Nationalrat befürchtet, das Schweizer Fernsehen stecke mit dem Haupt-Importeur der Fische, der DKSH, unter einer Decke: "Beim Konzern ist man zweifellos erfreut über das schamlose Product-Placement von SF. Eigentlich müsste die DKSH die teure Mekong-Reise finanzieren. Aber vielleicht tut sie es ohnehin", schreibt Mörgeli in der "Weltwoche".
Auch Lagers Reisegefährte Pascal Nufer trifft Mörgelis Kritik. Der Südostasien-Korrespondent von "10vor10" arbeitet vor Ort nebenbei für eine TV-Produktions- und PR-Firma. Mörgeli deutet an, Nufer habe den Deal eingefädelt. Doch die DKSH ist auf der Firmen-Homepage von Nufers "Mediawok" nicht als Kunde aufgeführt.
Auf Anfrage von "persoenlich.com" sagt SF-Sprecher David Affentranger: "Es gab keinen Kontakt mit der Firma. Die Reise hat das SF komplett selbst bezahlt." Die Zuschauer-Reaktionen signalisierten gar ein ganz anderes Fazit. "Viele waren von den Bildern in der Fisch-Fabrik irritiert. Die Fischmassen im Wasser befremdeten. Viele fragen sich: Was hat das mit Bio zu tun? Wir bekamen am häufigsten die Reaktion Solche Fische essen wir nicht mehr! zu hören. (Quelle: SF/Blick.ch/Weltwoche)