Die Mediengewerkschaft Comedia hat an ihrem Kongress am Samstag in Bern der Fusion mit der Gewerkschaft Kommunikation deutlich zugestimmt. Von den 93 Delegierten sprach sich nur einer gegen ein Zusammengehen aus. Das Fusionskonzept sei nach intensiven Diskussionen gutgeheissen worden, teilte Comedia mit. Nun sind die Mitglieder der grösseren Gewerkschaft Kommunikation am Zug. Diese treffen sich Anfang kommender Woche in Bern und befinden ihrerseits über eine mögliche Fusion.
Durch einen Zusammenschluss der beiden Gewerkschaften entstünde - nach der Unia - die zweitgrösste Gewerkschaft innerhalb des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes. Die vereinte Gewerkschaft soll gemäss Fusionskonzept per 1. Januar 2011 gegründet werden. Sie würde 48'000 Mitglieder zählen. Die Gewerkschaft Comedia ist in der grafischen Industrie, in der Verpackungs-, Medien- und der Buchbranche verankert. Sie hat rund 13'000 Mitglieder. Die Gewerkschaft Kommunikation ihrerseits hat ihre Wurzeln bei den Angestellten von Betrieben der ehemaligen PTT. Ihr gehören rund 35'000 Mitglieder an.
Dreierfusion im März 2009 gescheitert
Im März war eine Dreierfusion zwischen dem Verband des Personals öffentlicher Dienste (vpod), der Gewerkschaft Kommunikation und der Comedia gescheitert. Die Strukturen und Bedürfnisse der drei Gewerkschaften seien zu unterschiedlich, hiess es damals. Während die Gewerkschaft Kommunikation und Comedia national und überregional arbeiteten und bestimmte Branchen verträten, organisiere der vpod hauptsächlich das Personal regionaler und lokaler Arbeitgeber, die branchenübergreifend tätig seien. An ihren Kongress in Bern bestätigten die Comedia-Delegierten zudem das Co-Präsidium: Danièle Lenzin und Roland Kreuzer wurden für ein weiteres Jahr gewählt. (sda)