01.02.2007

Marcus Knill

"Cortis Groll auf Banken ist nicht gespielt"

Analyse der Kommunikationsleistung vor Gericht.

Marcus Knill hat für "persoenlich.com" Mario Cortis Auftreten bei den Gerichtsverhandlungen des Swissair-Prozesses in Bülach verfolgt. Der Kommunikationsexperte hat Cortis Kommunikationsleistung unter die Lupe genommen, um zu erklären, warum der Angeklagte beim Publikum so gut ankam. Die Analyse von Marcus Knill:

"Mario Corti punktete beim Publikum an seinem ersten Verhandlungstag durch sein grosses Engagement. Er überzeugte durch Ausdruckstärke, Emotionalität, vor allem durch seine einfache, klar verständliche Sprache. Es war aber zu befürchten, dass die offensive, angriffige Art überborden könnte und ihm das aggressive Verhalten plötzlich Sympathie kosten könnte. Corti gab sich jedoch am zweiten Tag viel zurückhaltender, sprach sachlicher und verstand es dadurch, die Balance zwischen Sachlichkeit und Emotionalität wieder herzustellen.

Was mir in Bülach bestätigt wurde, war die Erkenntnis, dass eine Person bei Kommunikationssprozessen andere nur überzeugen kann, wenn sie von der eigenen Botschaft selbst überzeugt ist. Cortis Groll auf die Grossbanken, die "seine" Swissair stranguliert haben, die sich hinter seinem Rücken verschwört haben -- dieser Groll ist nicht gespielt. Corti ist felsenfest davon überzeugt, dass das Grounding von den Banken vorgängig geplant worden war.


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