Am Donnerstag erscheint in Singapur erstmals seit 28 Jahren wieder eine Ausgabe der "Cosmopolitan", wie medianews.co.uk berichtet. Das Magazin war im asiatischen Stadtstaat verboten worden, weil die Behörden einen negativen Einfluss auf Kinder und Jugendliche befürchtet hatten. Internationale Ausgaben der "Cosmopolitan" durften in Singapur schon seit 2006 wieder verkauft werden. Jetzt macht es eine Gesetzesänderung möglich, dass eine lokale Ausgabe erscheint. Das Magazin darf allerdings keine Nacktfotos oder sonstige anzügliche Inhalte bringen. Die erste Ausgabe in Singapur wird 40'000 Stück betragen und umgerechnet etwa 2,90 Euro kosten. "Cosmopolitan" ist damit nach eigenen Angaben in 35 Sprachen erhältlich und hat weltweit 78 Millionen Leser.
Singapur kontrolliert seine Medien in hohem Ausmass. Das Land ist offiziell zwar eine Demokratie, von Pressefreiheit ist man aber weit entfernt. "Singapur bedroht zwar keine Journalisten, aber nur weil 99 Prozent von ihnen für das System arbeiten", erklärt Barbara Trionfi vom internationalen Presseinstitut. Auch ausländische Medien hatten es in der Vergangenheit schwer, Zugang zum Markt in Singapur zu erhalten. Die "Cosmopolitan", die weniger für ihren brisanten Inhalt bekannt ist, wird daran wenig ändern. "Ich halte das Kontrollsystem in Singapur für äusserst stabil. Einer Liberalisierung in naher Zukunft ist nach unseren letzten Daten unwahrscheinlich", sagt Trionfi. (pte)