Crossmedia macht Bauchweh

Studie - Multimedia-Kompetenz wird zum Erfolgsfaktor.

Ein professionelles Crossmedia Management trägt signifikant zum Unternehmenserfolg von Medienunternehmen bei, aber erst wenige Unternehmen verfügen über die dazu nötigen Strategien, Strukturen und Systeme. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer aktuellen Studie der Managementberatung Horváth & Partners in Kooperation mit Prof. Thomas Hess von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Für die Studie wurden Vertreter von über 70 Medienunternehmen aus dem deutschsprachigen Raum befragt.

"Die Digitalisierung von Inhalten, die zunehmende Verbreitung mobiler Endgeräte und neue medienneutrale und plattformunabhängige Produktionsmöglichkeiten haben Crossmedialität zu einer unausweichlichen Realität werden lassen", so Professor Hess. Die Ergebnisse der Studie bestätigen diese Aussage aus Sicht der Medienunternehmen. Für 70 Prozent der Befragten hat das Crossmedia Management eine besondere Bedeutung für ihren künftigen Unternehmenserfolg. Hess: "Um die Chancen im Crossmedia-Geschäft zu nutzen, ist ein professionelles Crossmedia Management dringend erforderlich."

Zentralisierung und Workflow-Management sind wichtig

Nach eigener Einschätzung haben auf organisatorischem Gebiet erst 30 Prozent der Befragten einen hohen Umsetzungsgrad erreicht. In diesem Bereich besteht deshalb für viele Unternehmen deutlich Raum für Optimierung, insbesondere durch Zentralisierung. Die Studie zeigt: Je zentraler Planung, Koordination und Kontrolle der Crossmedia-Aktivitäten organisiert sind, desto eher sind Unternehmen crossmedial erfolgreich. Ein wichtiger Veränderungs- und Erfolgstreiber wird auch im Workflow Management gesehen. Dabei müssen interne und unternehmensübergreifende Verwertungsprozesse neu gedacht werden, um durch die Mehrfachverwertung von Inhalten ökonomische und publizistische Vorteile zu erzielen.

Kompetenzen sollen weiter ausbauen

Die Studie zeigt weiter: Medienunternehmen, deren Mitarbeiter in der Lage sind, crossmedial zu produzieren, sind deutlich erfolgreicher. Multimedia-Kompetenz wird daher in der Zukunft zu einer Schlüsselfähigkeit in den Medienberufen und zu einer strategischen Ressource aus Unternehmenssicht. Durch crossmediales Know-how können Arbeitsabläufe optimiert und das Potenzial neuer Technologien schnell erschlossen werden. 82 Prozent der Befragten verfolgen das Ziel, die Crossmedia-Kompetenz ihrer Mitarbeiter weiter auszubauen.

Technische Systeme sind veraltet

Die Studienautoren halten auch eine Anpassung der technischen Systeme für unerlässlich, um eine durchgängige medienneutrale Datenhaltung und Workflow-Integration sicherzustellen und die Kompetenzen der Mitarbeiter optimal zu unterstützen. Die Studie verdeutlicht, dass die meisten Unternehmen auf diesem Gebiet noch eine lange Wegstrecke vor sich haben. Nur knapp die Hälfte der Teilnehmer gibt an, Inhalte medienneutral zu archivieren, und nur 40 Prozent der Befragten nutzen eine integrierte Datenbank für alle Kanäle. (pte)