04.04.2007

Radio DRS

DAB-Offensive mit neuem News-Sender und Volksmusik

Musigwälle-Hörer müssen sich DAB-Geräte beschaffen.

Schweizer Radio DRS macht ernst mit Digitalradio: Es startet im Herbst nicht nur einen neuen digitalen Infosender, auch die Volksmusikfreunde müssen umdenken. Die DRS-Musigwälle ist ab 2008 nur noch per Digitalradio und per Kabel empfangbar. Von einer Offensive für das neue Digitalformat (DAB) im 2007 und 2008 sprach DRS-Radiodirektor Walter Rüegg an der Jahresmedienkonferenz am Mittwoch in Zürich. Die Vorarbeiten für DAB wurden in den letzten Jahren geleistet, jetzt kann die DRS-Palette dank der technischen Möglichkeiten ausgebaut werden.

DAB erweitert auf der technischen Seite für Radiostationen die Senderkapazitäten und bringt den Zuhörern eine bessere Tonqualität. Es bedingt aber neu Radiogeräte, bisher wurden davon in der Schweiz erst rund 50 000 verkauft. Rüegg bemühte den Vergleich mit dem Huhn und dem Ei, um das DAB-Dilemma zu beschreiben. Ohne neue Sender würden die Geräte nicht gekauft, um diese zu hören benötige man aber die neuen Geräte. Der Erfolg des neuen Infosenders hänge deshalb auch vom Verkauf der neuen Geräte ab. Rüegg könnte sich eine Vorwärtsstrategie vorstellen, bei der DAB-Geräte subventioniert würden.

Laut Chefredaktor Rudolf Matter führt der neue News-Sender, vorausgesetzt der Bundesrat erteilt die Konzession, bei den News den Halbstunden-Takt ein (Schlagzeilen alle 15 Minuten). Das News-Angebot wird vor allem am Morgen erweitert -- geplant sind zum Beispiel Live-Interviews zu aktuellen Themen bereits ab 6 Uhr früh. Wegen der Synergien mit dem bestehenden News-Angebot auf den Hauptsendern rechnet Matter mit jährlichen Betriebskosten von "nur" 4 Millionen Franken. Der Sender soll mit rund 20 neuen Angestellten bestritten werden. Von der DAB-Welle werden in diesem Jahr aber auch sehr traditionelle Inhalte erfasst.

So wird die Musigwälle nach Abschaltung des Mittelwelle-Senders im Sommer 2008 auf DAB gezügelt, dafür aber deutlich ausgebaut, indem die Volksmusik von DRS im neuen Sender konzentriert wird. Rund die Hälfte der gut 300 000 Musigwälle-Hörer, die heute noch den MW-Sender einschalten, müssen sich DAB-Geräte beschaffen.


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