Dan Gillmor liest dem Journalismus gehörig die Leviten. Der Ex-Journalist und US-Medien-Experte hat für den "Guardian" ein News-Manifest mit dem Titel "The new rules of news" formuliert, welches nun im Netz für Gesprächsstoff sorgt. "Journalisten müssen aufhören, so faul und unkreativ zu sein", fordert Gillmor unter anderem.
Gillmor fordert von den Journalisten mehr Sorgfalt. Das bloße Verkünden von Stellungnahmen sei zu verhindern. PR-Sprache sei in präzise Worte zu übersetzten. "Wenn ein Interviewpartner die Sprache falsch benutzt, verzichten wir auf ein direktes Zitat und nutzen indirekte Rede", schreibt Gillmor.
Nebst sprachlichen Richtlinien verlangt der renommierte Autor die konsequente Verlinkung im Internet. Zudem fordert er die Medien auf, auf wichtige Geschichten immer hinzuweisen. Seine Faustregel dazu lautet: "Je mehr man sich ärgert eine gute Geschichte nicht selbst gebracht zu haben, desto wichtiger ist es, über sie zu berichten." Passend dazu Punkt 17 des Manifestes: "Je wichtiger wir ein Thema für unsere Zielgruppe erachten, desto hartnäckiger bleiben wir am Ball."