Das neue Redaktionskonzept von Kavallo wurde auf Grund von Analysen, Studien und persönlichen Gesprächen mit Leserinnen und Nichtlesern entwickelt. Die Wünsche und Anliegen von Individuen führten zusammen mit den Erkenntnissen aus Forschung und Medienwissenschaften zur Konzentrierung auf die Schweiz. Darum führt Kavallo künftig das Schweizer Kreuz im Hefttitel und fokussiert sich auf inländisches Geschehen, wie es in einer Mitteilung heisst.
Mit dem Antritt der neuen Chefredaktorin Daniela A. Caviglia, Journalistin und mehrjährige Redaktionsleiterin von Printprodukten sowie Online-Spezialistin, werde Kavallo nicht nur weiblicher, sondern auch demokratischer. Caviglia, die das neue Redaktionskonzept entwickelte, betreut auch die Online-Community in den sozialen Medien und nutzt die digitalen Kanäle vor allem fürs Hinhören und Dazulernen, wie es heisst. Die langjährige Pferdebesitzerin kenne die Schweizer Online-Communities seit langem und nutze ihre Erfahrungen als ehemalige Chefredaktorin von Lokalzeitungen für den Aufbau einer engagierten Leserschaft.
Online schnell und funktionell
Die neue Website von Kavallo sei entsprechend zentraler Teil des Redaktionskonzepts. Sie sei nicht nur schnelle Informations-Lieferantin und entlaste damit das Magazin vom Aktualitätsdruck, sondern sei auch der Mittelpunkt demokratischer Beteiligung aller Pferdebegeisterten. Hier kann sich jede Leserin und jeder Leser für seine Anliegen einsetzen, eigene Beiträge veröffentlichen und Inhalte für die Printausgabe einreichen, heisst es dazu. Eine Community-Funktion erlaube private Diskussionen und Vernetzung auch mit Social-Media-Abstinenten.
Individuelle, durch Leserinnen und Leser eingereichte Inhalte würden auch die Printausgabe von Kavallo bereichern. Emotionale Formate wie der Nachruf auf ein verstorbenes Pferd, Präsentationsformate für Influencer und Marken, journalistische Formate und Umfragen zu diversen Themen schaffen laut Mitteilung Diversität und bieten allen Beteiligten eine Plattform für Ihre Anliegen. Praxisartikel behandeln ab sofort nicht nur Reiten und Pferdehaltung, sondern auch Digitalisierung, Kommunikation und Marketing, die aktuell wichtigsten Herausforderungen der Pferdebranche. Die strikte Kennzeichnung von Werbung sowie Inhalten von Werbepartnern sorgt für Transparenz trotz diverser neue Werbemethoden Online, Print oder als Kombi.
Verkauf der Verlagsrechte
Möglich wurde diese Neuausrichtung durch den Verkauf der Verlagsrechte an Kavallo. Per 1. Januar 2020 ging «das älteste Pferdemagazin der Schweiz» in den Besitz des Lenzburger Unternehmens Kromer Print über. Die Druckerei sichert sich damit das einzige Deutschschweizer Monatsmagazin der Pferdebranche.
«Aus der Überzeugung heraus, dass gutgemachte Printprodukte eine Zukunft haben, ist es spannend zu beobachten, wie sich Print und Online gemeinsam entwickeln», wird Andy Amrein, CEO Kromer Print, in der Mitteilung zitiert. Die Wahl der neuen Chefredaktorin Daniela A. Caviglia sei für ihn die logische Folge einer bereits mehrjährigen Zusammenarbeit im Bereich Online-Kommunikation und Medienarbeit gewesen.
Grosse wirtschaftliche Bedeutung
80'706 Pferde lebten laut Statista 2019 in der Schweiz. Der durch sie generierte Umsatz wird vom nationalen Gremium Cofichev (Conseil et Observatoire Suisse de la Filière du Cheval/Schweizer Rat und Observatorium der Pferdebranche) auf 1,65 Milliarden Franken geschätzt (2009). Mit der Schweizer Pferdebranche hängen laut derselben Quelle 10'400 Arbeitsplätze direkt zusammen. Diese wirtschaftliche Bedeutung der Pferdebranche wird oft unterschätzt, heisst es weiter.
Die Mehrheit der Pferdebesitzer ist nicht intensiv sportlich aktiv. Das mittlere Alter der rund 72'000 Aktiven liegt bei 34 Jahren. Der Frauenanteil beträgt laut Cofichev 74 Prozent, was «den Pferdesport gleich nach dem Tanz zu einer der weiblichsten Sportarten» mache. Demgegenüber steht eine hauptsächlich männliche Medienszene, angefangen bei der Zusammensetzung der Redaktionen bis hin zu dem starken Fokus auf internationale Topreiter.
Ausländische Pferdemagazine hätten in den letzten Jahren auf diese Entwicklung reagiert und sowohl die Redaktionen verjüngt als auch ihre Redaktionskonzepte angepasst. Dies habe dazu geführt, dass Pferdemagazine aus Deutschland in der Schweiz oft mehr Abonnenten aufwiesen als heimische Produkte. Demgegenüber hatte sich Kavallo als Fachmagazin für den gesamten deutschsprachigen Raum gut behauptet, heisst es in der Mitteilung. (pd/cbe)



